Die Governance des Europäischen Forschungsraums

Eine Europakarte mit roten Stecknadeln, die in verschiedene Länder gepint sind.

Der Europäische Forschungsraum bedarf einer politischen Steuerung. Hierzu wurden Gremien und Gruppen auf europäische Ebene eingerichtet, die die konkrete Umsetzung der EFR-Prioritäten begleiten und vorantreiben. Eine zentrale Rolle spielt das European Research Area and Innovation Committee (ERAC).

Die Steuerung ("Governance") des Europäischen Forschungsraumes (EFR) wird vom Europäischen Rat sowie dem Rat der EU in der Formation Wettbewerbsfähigkeit (WBF-Rat) wahrgenommen. In dessen Auftrag wurde im Mai 2010 das European Research Area Committee (ERAC, ehemals CREST) als strategisches Beratungs- und Monitoringgremium für den Rat, die Europäische Kommission und die Mitgliedstaaten eingerichtet. Im Mai 2013 wurde das Mandat einer Prüfung unterzogen und das Gremium bei gleichbleibendem Akronym in European Research Area and Innovation Committee umbenannt. ERAC ist mit jeglichen Themen aus den Bereichen Forschung und Innovation zur Entwicklung des Europäischen Forschungsraums beauftragt.

ERAC gehören als Mitglieder die Europäische Kommission und alle Mitgliedstaaten der EU an. Beobachter sind alle zum EU-Rahmenprogramm für Forschung und Innovation assoziierten Staaten. Den Vorsitz des ERAC teilen sich die Europäische Kommission (hier Generaldirektor Forschung und Innovation) und die Mitgliedstaaten. Die Vertreter der Bundesregierung im ERAC sind hochrangige Beamte der Bundesministerien für Bildung und Forschung (BMBF) sowie für Wirtschaft und Technologie (BMWi).

Zur Wahrnehmung seiner Aufgaben arbeitet ERAC mit EFR-bezogenen Gruppen zusammen, die sich an den politischen Prioritäten des EFR orientieren.

  • ERAC selbst deckt die Priorität "Effektivere Nationale Forschungssysteme" ab.
  • Die "Groupe de haut niveau pour la Programmation Conjointe (GPC)" für die Gemeinsame Programmplanung sowie das "European Strategy Forum on Research Infrastructures (ESFRI)" für europäische Forschungsinfrastrukturen beraten zur Priorität "Optimale länderübergreifende Zusammenarbeit und entsprechender Wettbewerb".
  • Die "Steering Group on Human Resources and Mobility (SGHRM)" für die Priorität "Offener Arbeitsmarkt für Forscherinnen und Forscher".
  • Die "Helsinki Group on Gender in Research and Innovation (Helsinki group)" für die Priorität "Gleichstellung der Geschlechter und Berücksichtigung des Gleichstellungsaspekts".
  • Die von ERAC eingesetzte ständige Arbeitsgruppe "Open Science and Innovation (OSI)" für die Priorität "Optimaler Austausch von, Zugang zu und Transfer von wissenschaftlichen Erkenntnissen".
  • Das "Strategic Forum for International S&T Cooperation (SFIC)" für die Internationale Zusammenarbeit, d. h. die Zusammenarbeit mit Nicht-EU-Staaten.