ET 2020

Eine junge Frau sitzt in einer Bibliothek und liest in einem Buch.

Der Strategische Rahmen für die europäische Zusammenarbeit auf dem Gebiet der allgemeinen und beruflichen Bildung ("ET 2020")

Am 12. Mai 2009 hat der Rat der Bildungsminister der Europäischen Union in Brüssel einen neuen Rahmen für die strategische Zusammenarbeit auf dem Gebiet der allgemeinen und beruflichen Bildung für die Zeit bis 2020 verabschiedet. Der Rahmen definiert sowohl kurzfristige Prioritäten als auch langfristige allgemeine Herausforderungen und bildet die maßgebliche Arbeitsgrundlage in der europäischen Bildugnszusammenarbeit. Der Rahmen baut auf das 2001/2002 verabschiedete gemeinsame "Arbeitsprogramm Allgemeine und berufliche Ausbildung" an und schreibt die Anwendung der der offenen Methode der Koordinierung im Bereich von Bildung und Ausbildung fort.

In dem Strategischen Rahmen werden vier übergreifende strategische Ziele für den Zeitraum bis 2020 herausgestellt:

  1. Verwirklichung von lebenslangem Lernen und Mobilität zu Lern- und Ausbildungszwecken
  2. Verbesserung der Qualität und Effizienz der allgemeinen und beruflichen Bildung
  3. Förderung der Gerechtigkeit, des sozialen Zusammenhalts und des aktiven Bürgersinns
  4. Förderung von Innovation und Kreativität.

Der Zeitraum bis 2020 wurde in mehrere Zyklen unterteilt, in denen bestimmte prioritäre Bereiche für jedes der vier strategischen Ziele identifiziert werden. Zur Beobachtung der gemeinsamen Fortschritte haben sich die Mitgliedstaaten auf fünf gemeinsame europäische Durchschnittsbezugswerte (Benchmarks) geeinigt. Die in ET 2020 festgelegten Benchmarks befassen sich mit den Themen Beteiligung Erwachsener am lebenslangen Lernen, Schüler/innen mit schlechten Leistungen bei den Grundkompetenzen, Erwerb von Hochschulabschlüssen, frühzeitige Schul- und Ausbildungsabgänger/innen und Vorschulbildung. Die Entwicklung dieser Benchmarks - und weiterer Indikatoren - wird im jährlich veröffentlichten Education and Training Monitor begleitet. Zwei der Benchmarks nehmen auch eine zentrale Rolle bei der 2010 verabschiedeten Europa 2020-Strategie für intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum ein, mit der fünf Kernziele verfolgt werden. Für das Kernziel Bildung werden als Benchmarks herangezogen: Der Anteil vorzeitiger Schulabgänger/innen soll auf unter 10 % fallen und der Anteil der 30- bis 34-Jährigen mit abgeschlossener Hochschulbildung soll auf mindestens 40 % steigen.

Des Weiteren sind für die einzelnen Themenbereiche von ET 2020 verschiedene Arbeitsgruppen eingerichtet.  

In 2014 wurde ein Stocktaking-Prozess eingeläutet, mit dem Ziel, die Aktualität von ET 2020 auf den Prüfstand zu stellen. Die seit 2012 erreichten Fortschritte wurden bewertet, um davon ausgehend die nächsten Prioritäten zu entwickeln. Im Rahmen der Zwischenbilanz wurden nationale Berichte, eine unabhängige Bewertung und Konsultationen durchgeführt. Auf dem Rat im November 2015 wurde ein gemeinsamer Bericht des Rates und der Kommission über die Umsetzung des strategischen Rahmens für die europäische Zusammenarbeit auf dem Gebiet der allgemeinen und beruflichen Bildung (ET 2020), mit dem Titel "Neue Prioritäten für die europäische Zusammenarbeit auf dem Gebiet der allgemeinen und beruflichen Bildung", angenommen. In dem Bericht wird u.a. eine stärkere Zusammenarbeit und ein klarerer politischer Fokus vorgeschlagen. Sechs Prioritäten werden angeregt. Der Arbeitszyklus soll auf fünf Jahre verlängert werden. Der Bericht wird von einem Arbeitspapier der Dienststellen begleitet.  

Die Schlussfolgerungen des Rates vom 12. Mai 2009 zu einem strategischen Rahmen für die europäische Zusammenarbeit auf dem Gebiet der allgemeinen und beruflichen Bildung (ET 2020) finden Sie hier. Mehr Informationen zu ET 2020 finden Sie hier.