Arbeitsprogramm 2018 - 2020

Schmuckbild: In den blauen Himmel emporsteigende Leiter.

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Das Arbeitsprogramm 2018-2020 wird voraussichtlich im Oktober 2017 veröffentlicht. Die Vorbereitungen und Abstimmungen mit den Mitgliedstaaten und der Öffentlichkeit laufen bereits seit 2016. Sie gipfelten in der Veröffentlichung eines FET Scoping Papers, das die wichtigsten politischen Schwerpunkte umreißt.

Öffentliche Konsultation 2016

Nach zwei zweijährigen Arbeitsprogrammen wird zum Ende der Laufzeit von Horizont 2020 voraussichtlich im Oktober 2017 ein dreijähriges Programm verabschiedet. Für potentielle Antragsteller bedeutet dies noch mehr Planungssicherheit.

Von Februar bis April 2016 befragte die Europäische Kommission im Rahmen einer Online-Konsultation die interessierte Öffentlichkeit zur inhaltlichen Ausgestaltung des FET-Arbeitsprogramms. In welche neu entstehenden Technologien sollte die EU in der Zukunft investieren? Welche neuen Forschungsbereiche profitieren am meisten von einer Förderung? In den Bereichen FET Proactive und FET Flagships konnten konkrete Themen und Projektideen eingereicht werden. Bis Ende April 2016 wurden allein 24 Themenvorschläge für neue Flagships eingereicht. Alle Vorschläge können noch immer auf den Seiten der Europäischen Kommission kommentiert werden.

Ein erster Gedankenaustausch zwischen der Europäischen Kommission und den Mitgliedstaaten zu den Vorschlägen für zukünftige FET Flagships fand in einem Roundtable-Gespräch am 15. Dezember 2016 – moderiert vom Kommissar Günther Öttinger – in Brüssel statt. Im Anschluss wurden für das Arbeitsprogramm 2018-2020 vorbereitende Maßnahmen für vier bis sechs Flagships angekündigt.

2018 wird es voraussichtlich wieder eine Ausschreibung für FET Proactive-Maßnahmen geben. Ideen für vielversprechende interdisziplinäre Kooperationen konnten ebenfalls im Rahmen der Konsultation eingereicht werden. Insgesamt gingen 59 Vorschläge und rund 300 Kommentare ein. Die Kommission hat eine intensive Prüfung aller Beiträge und die Konsultation der FET Advisory Group angekündigt. Ihr Bericht wird im ersten Quartal 2017 erwartet. Eine weitere Befragung fand zu Mathematik in Horizont 2020 statt. Dabei ging es darum, anspruchsvolle mathematische Forschung im kommenden Arbeitsprogramm besser zu berücksichtigen. Ein von der Kommission im Juni 2016 veröffentlichter Bericht fasst die 181 eingegangenen Antworten zusammen. In den Beiträgen wurden die grundlegende Bedeutung mathematischer Forschung für die Entwicklung neuer Technologien, neue Forschungszweige aber auch Probleme in der Forschungsförderung adressiert.

Flagship zu Quantentechnologie

Außerdem kündigte die Kommission im April 2016 den Start eines neuen Flagships zu Quantentechnologien an. Seit August 2016 arbeiten zwölf Expertinnen und Experten unter Leitung von Prof. Dr. Jürgen Mlynek (Humboldt Universität Berlin) in einem High Level Steering Committee an einer Strategic Research Agenda und einem Governance- und Implementierungsmodell für ein FET Flagship zu Quantentechnologie. Im FET Arbeitsprogramm 2016-2017 wurde dafür im Mai 2017 eine Ausschreibung für die Vorbereitung des Flagships (FETFLAG-02-2017, Umfang: 0,5 Mrd. €) aufgenommen. Frist für die Einreichung ist der 26. September 2017.

Das geplante FET Flagship soll die Anwendungen der Quantenphysik in ihrer ganzen Breite voranbringen – von sicheren Quantenkommunikationsnetzwerken über hochpräzise Atomuhren und Gravitationssensoren bis hin zu Quantensimulatoren zur Entwicklung neuer Materialien und von Quantencomputern.

Chance für die Quantentechnologie

Den langen Weg zum FET Flagship Quantentechnologie und die kommenden Herausforderungen beschreiben Tommaso Calarco und Max Riedel in einem Interview mit der NKS FET.

Veröffentlichung eines FET Scoping Papers

Im Dezember 2017 hat die Europäische Kommission 17 thematische Scoping Paper unter anderem zur weiteren Ausgestaltung des Programmbereichs Future and Emerging Technologies und ein Overarching Document veröffentlicht. Diese legen die politischen Schwerpunkte für die Ausgestaltung des kommenden Arbeitsprogramms 2018-2020 fest.

Das FET Scoping Paper basiert unter anderem auf Ergebnissen der öffentlichen Konsultation von 2016 und Empfehlungen der FET Advisory Group. Die Mission von FET besteht darin, Europas exzellente Wissenschaft in einen weltweiten Wettbewerbsvorteil zu verwandeln und disruptive, marktumwälzende und offene Innovationen anzustoßen. Dies geschieht über die Förderung technologieorientierter Grundlagenforschung. FET soll weiterhin risikoreiche Projekte mit potentiell umwälzenden Auswirkungen auf Wissenschaft, Industrie oder Gesellschaft unterstützen. Die fortschreitende Digitalisierung der Industrie in Europa (Beispiele: Cloud-Computing, Internet der Dinge) und die Digitalisierung von Lernen und Forschen bleiben Trends. Zu den FET-Schwerpunkten wird auch in Zukunft die Förderung im Bereich Quantentechnologien und High Performance Computing zählen. FET wird weiterhin aus drei Säulen, FET Open, FET Proactive und FET Flagships bestehen.

Für FET Open ist eine deutliche Erhöhung des Budgets auf 200 Millionen Euro pro Jahr vorgesehen (zum Vergleich: 2017 stehen 110 Millionen Euro bereit). Damit soll dem drängenden Problem der hohen Überzeichnungsraten begegnet werden.

Die Themen für neue FET Proactive Ausschreibungen sollen einerseits aus den Ergebnissen der Konsultation generiert werden, aber auch FET Förderaktivitäten fortführen. Möglich ist auch die Einführung von Anreizpreisen, um Wirkungen breiter zu streuen. FET Proactive soll weiterhin ein Verbindungsglied zwischen der Förderung in FET Open und der Förderung großer pan-europäischer Projekte, wie den Flagships bilden.