Aktuelles

Linke Gesichtshälfte einer jungen Frau mit Brille

  • EU-Fraueninnovationspreis: Deutsche gewinnt dritten Preis

    Mit einer feierlichen Zeremonie im Europäischen Parlament wurde am 8. März, dem Weltfrauentag, der EU-Preis für Innovationsleistungen von Frauen (EU Prize for Women Innovators) verliehen. Gewinnerin des mit 100.000 Euro dotierten Preises ist die britisch-kroatische Designerin Michela Magas mit ihrem Londoner "Design Innovation Lab" Stromatolite. Der zweite und dritte Preis (50.000 Euro und 30.000 Euro) gingen an die Schwedin Petra Wadström (Firma Solvatten) und die Biochemikerin Dr. Claudia Gärtner aus Deutschland. Ihre Idee eines diagnostischen "Labor im Chipformat" hat sie zur Gründung der auf diesem Gebiet marktführenden microfluidic ChipShop GmbH in Jena geführt.

    Erstmals wurde 2017 zusätzlich die Kategorie "Rising Innovator" (20.000 Euro) ausgeschrieben, die sich an Unternehmerinnen bis 30 Jahre richtet. In dieser Kategorie gewann die Bulgarin Kristina Tsvetanova.

    Mit einer Kampagne wurde der diesjährige Preis öffentlichkeitswirksam angekündigt. So gab es von allen zwölf Finalistinnen, darunter zwei Deutsche, ausführliche Interviews und Videos.

    Den mit Mitteln aus Horizont 2020 (Bereich "Wissenschaft mit der und für die Gesellschaft") finanzierten Preis gibt es seit 2011. Er wurde seitdem 2014 und 2016 durch die Generaldirektion Forschung und Innovation verliehen. Ziel des Preises ist es, den Blick auf besonders innovative Unternehmerinnen und ihre bereits auf den Markt gebrachten Ideen zu lenken. Für die Teilnahme an dem Wettbewerb ist entscheidend, dass die Unternehmerinnen ein wissenschaftlich und oder technisch innovatives Unternehmen (mit-)gegründet haben und EU-Bürgerin oder Bürgerin eines zu Horizont 2020 assoziierten Staates sind. Mehr Informationen zum Preis gibt es auf den Seiten der Europäischen Kommission.

  • Informationsveranstaltung für Wissenschaftlerinnen zu MSCA Individual Fellowships am 25. April 2017 in Bonn

    Am 25. April 2017 bietet die Kontaktstelle FiF zusammen mit der Nationalen Kontaktstelle Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen (MSCA) in Bonn eine Veranstaltung zu den Individual Fellowships an. Zielgruppe sind Wissenschaftlerinnen aller Fachrichtungen, die sich für eine Antragstellung im Bereich Individual Fellowships bei den MSCA interessieren. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen Struktur und Antragsverfahren der European und Global Fellowships, die individuelle Forschungsprojekte unter der Voraussetzung transnationaler Mobilität fördern. Der theoretische Teil wird durch Erfahrungsberichte aus der Praxis von Fellows und einer Gutachterin ergänzt. Ein Sprecher der Europäischen Kommission wird das Thema Chancengleichheit bei MSCA präsentieren.

    Es wird keine Teilnahmegebühr erhoben. Die Anmeldung ist geöffnet.

  • Horizont-2020-Monitoringbericht 2015

    Kurz vor Jahresende 2016 hat die Europäische Kommission den Monitoringbericht 2015 zu Horizont 2020 veröffentlicht. Eine zentrale Feststellung lautet, dass in den ersten beiden Jahren des Rahmenprogramms der Frauenanteil an Horizont-2020-Projekten insgesamt 35,8 % betrug. Dabei wurde wissenschaftliches und nicht wissenschaftliches Personal ausschließlich zusammen erfasst. Der Anteil von Koordinatorinnen wird mit 34,6 % beziffert. Eine kleine Lücke ist festzustellen zwischen dem Anteil registrierter Expertinnen in der Datenbank für die Begutachtung (31,1 %; im Vorjahr: 35,56 %) und dem Frauenanteil bei geschlossenen Begutachtungsverträgen, der bei 36,7 % lag (Vorjahr: 36,27 %). Im Verhältnis zu registrierten Profilen wurden also etwas mehr Frauen als Männer tatsächlich begutachtend tätig (und/oder also zuvor überhaupt erst angefragt). Nach wie vor strebt die Kommission in diesem Feld mindestens ein Verhältnis von 40 % zu 60 % an.

    Die angestrebten 50 % in Beratungsgremien wurden laut Bericht erreicht und sogar minimal übertroffen: 51,9 % Frauen wurden für beratende Gremien und Gruppen zu Horizont 2020 notiert. 36,2 % aller analysierten Projekte gaben an, Gender im Forschungsinhalt aufzugreifen. Grundlage hierfür sind 6.062 laufende oder kurz vor dem Start stehende Projekte der Jahre 2014 und 2015. Details zu Art und Qualität der Genderaspekte werden bislang für das Monitoring jedoch nicht abgefragt.

    Bis auf den Anteil in Begutachtungs- und Beratungsgremien wurden alle genannten Werte erstmals erhoben. Zuvor war nach Einschätzung der Europäischen Kommission keine kritische Masse an bewilligten Projekten erreicht.

    Horizont-2020-Monitoringbericht 2015 (Gender und Chancengleichheit werden auf Seite 53 behandelt.)
    Horizont-2020-Monitoringbericht 2014

  • Studie 'The use of funds for gender equality in Selected Member States'

    Eine kürzlich veröffentlichte Studie der Generaldirektion für Interne Politikbereiche der Union im Europäischen Parlament untersucht die Ausgaben für Geschlechtergerechtigkeit in verschiedenen Europäischen Programmen. Im Fokus stehen die EU-Staaten Deutschland, Großbritannien, Italien, Kroatien, Polen und Schweden. Auch bei den Fördermitteln wurde eine Auswahl getroffen: Neben Strukturfonds und dem Programm der Generaldirektion Justiz zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen (Nachfolge des früheren DAPHNE-Programms) wurde Horizont 2020 betrachtet. Nur ein sehr geringer Anteil der bislang zur Förderung ausgewählten Projekte weist Bezüge zu Gender und Chancengleichheit auf. Deutschland ist zu einem relativ großen Teil an diesen Projekten beteiligt.

    Die Studie wurde vom FEMM-Ausschuss (Rechte der Frau und Gleichstellung der Geschlechter) im Europäischen Parlament angefordert.

    Auf den Seiten 66 - 73 wird die Untersuchung der bisherigen Ausschreibungen in Horizont 2020 vorgestellt. Basis ist die Datenbank der Europäischen Kommission bzw. die darauf fußenden ersten Monitoringberichte zu Horizont 2020. Als Stichdatum wurde September 2016 gewählt. Bis dahin waren 10.128 Projekte in der Datenbank als gefördert aufgeführt. Mit Hilfe der Schlagworte 'gender' und 'gender equality' wurden 122 Projekte identifiziert, von denen bei genauerer Betrachtung 71 als tatsächlich (auch) Chancengleichheit behandelnd übrig blieben. Hinzu kamen spezifische thematische Projekte aus dem Bereich 'Wissenschaft mit der und für die Gesellschaft'.

    Insgesamt hat Großbritannien die höchste Beteiligung an Projekten, in denen Gender eine Rolle spielt. Von den bis dato sechs 'GERI'-Projekten (GERI = Gender Equality in Research and Innovation) werden jedoch drei von deutschen Einrichtungen koordiniert.

    Zu den unterschiedlichen Säulen und darin angesiedelten Teilen von Horizont 2020 liefert die Studie je ein Beispiel für ein Projekt mit Genderbezug. Zu beachten ist, dass die Zahlenanalyse der Projekte nichts über den jeweiligen Inhalt oder die Art der Genderaspekte aussagt.

  • Printversion der She Figures 2015 und zugehöriges Handbuch

    Nach Erscheinen der Ausgabe 2015 der She Figures als PDF hat die Europäische Kommission nun auch eine Druckversion (inklusive CD) nachgelegt. Diese ist kostenlos über den EU Bookshop bestellbar. Zusätzlich gibt es erstmals ein begleitendes Handbuch, in dem die Methodologie zur Datenerhebung und den Indikatoren erklärt wird. Ziel ist es, dadurch Stakeholdern die eigene Erhebung aussagekräftiger Daten zu Gender in Forschung und Innovation zu erleichtern. Das Handbuch steht als PDF zum Download zur Verfügung

  • Videos zu Gender in der Forschung und Gender Bias bei der Einstellung

    Das kürzlich veröffentliche Video des Bereichs Marie Skłodowska-Curie (Mobilitätsmaßnahmen in Horizont 2020) in der Europäischen Kommission zeigt, wie biologische und soziale geschlechtsbedingte Unterschiede in Projekten beforscht werden können. Der kurze Film thematisiert auch übergeordnet die Anforderung und Relevanz des Themas in Horizont 2020 und ist damit nicht nur für Antragstellende der Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen (MSCA) interessant.

    Ein Video des katalanischen Instituts CERCA verdeutlicht, wie geschlechtsabhängige Verzerrungen bei Einstellungsverfahren in Forschungsinstitutionen Wissenschaftlerinnen benachteiligen können. Anhand von Spielszenen werden konkrete, typische Situationen und die dort zu findenden "Fallen" mit Lösungen vorgestellt. Es wird auch unterschieden zwischen bewussten und unbewussten Stereotypen, ihren Auswirkungen und dem professionellen Umgang damit. Das Video ist auch auf den Seiten des ERC im Bereich der Arbeitsgruppe zu Gender Balance zu finden.

  • Aktualisiertes Merkblatt zu Gender und Chancengleichheit im aktuellen Arbeitsprogramm

    Das 'Vademecum on Gender Equality' der Europäischen Kommission nennt Punkt für Punkt die Verankerung von Gender und Chancengleichheit in allen Programmphasen von Horizont 2020. Für das Arbeitsprogramm 2016 - 2017 wurde die ursprünglich 2014 erschienene Zusammenstellung überarbeitet. Es enthält auch ein Glossar mit Definitionen der Europäischen Kommission sowie eine Auflistung aller relevanten Textstellen in den offiziellen Rechtstexten zu Horizont 2020. Das Vademecum ist neben den Seiten der Europäischen Kommission auch auf dem zentralen Portal für Gender in der Forschung, GenPort, zu finden.

    Im sogenannten Participant Portal der Kommission enthält darüber hinaus das dort verlinkte Online Manual einen ausführlichen Bereich zu Gender in Horizont 2020, inklusive FAQ-Sammlung, weiterführenden Links und Checklisten.

  • EIGE-Website mit „GEAR Tool” online

    Das European Institute for Gender Equalty (EIGE) hat das „GEAR Tool“ fertig gestellt. GEAR steht für Gender Equality in Academia and Research und wurde entwickelt als Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Einführung um Umsetzung von Gleichstellungsplänen an Hochschulen und anderen forschenden Einrichtungen. Entsprechend richtet sich GEAR an Angestellte solcher Institutionen. Zu der Anleitung gehören unter anderem Hintergrundinformationen zu europäischen und nationalen Rechtssprechungen zu Chancengleichheit in der Forschung, eine Sammlung hilfreicher Argumente, Anforderungen und Erfolgsfaktoren.

    Das EIGE ist eine autonome Einrichtung der Europäischen Union mit Sitz in Vilnius (Litauen). Gender und Chancengleichheit in Forschung und Innovation ist ein relativ junges Themenfeld des EIGE.

  • IGAR-Tool: Praktische Handreichung für Genderanalyse

    Das EU-geförderte ERA-Net GENDER-NET hat das sogenannte IGAR-Tool entwickelt und präsentiert dies auf einer umfangreichen Website. IGAR steht für "Integrating Gender Analysis into Research".

    Adressiert sind forschungsfördernde Organisationen, Antragstellende von Forschungsföderanträgen sowie (potenzielle) Gutachterinnen und Gutachter. Für jede Gruppe gibt es einführende Erläuterungen, spezifische Checklisten und Referenzen. Im allgemeinen Bereich der Seite führt ein Videoclip mit zahlreichen Beispielen in die Thematik ein. Darüber hinaus werden einzelne Forschungs- bzw. Förderbereiche aus Horizont 2020 herausgehoben und mögliche Genderdimensionen darin beispielhaft veranschaulicht. Eine Sammlung einschlägiger Ressourcen und Initiativen rundet das Angebot ab.

  • Neue Ausschreibung zur Evaluation von Gender als Querschnittsthema in Horizont 2020

    Nach einer Aktualisierung des Arbeitsprogramms 2016 - 2017 zu "Wissenschaft mit der und für die Gesellschaft" enthält dieses eine Ausschreibung für die Evaluierung von Gender als Querschnittsthema in Horizont 2020. Unabhängige Expertinnen und Experten sollen einschätzen, wie Gender und Chancengleichheit in den verschiedenen Stufen der Programmimplementierung vom Entwurf der Arbeitsprogramme bis zum Monitoring geförderter Projekte berücksichtigt wurden. Es handelt sich also um ein Instrument, um die für Horizont 2020 eingeführten Verankerungen von Chancengerechtigkeit und Gender zu überprüfen. Die zu erstellende Studie wird Bestandteil der Halbzeitevaluierung von Horizont 2020. Die Ausschreibung ist auf Seite 72 im Arbeitsprogramm zu finden.

  • Statistikdatenbank des EIGE

    Nutzerfreundliche Genderstatistiken, die teilweise lange Zeitreihen abdecken finden sich in der Gender-Datenbank des European Institute for Gender Equality (EIGE). Die wichtigsten Funktionen der Datenbank lassen sich schnell in einem Web-Tutorial entdecken.