Gutachterinnen

Linke Gesichtshälfte einer jungen Frau mit Brille


Bewerben Sie sich als Gutachterin in Brüssel!

Alle Anträge in Horizont 2020 werden im Peer-Review-Verfahren evaluiert.

Wegen der großen Zahl an Ausschreibungen gibt es jedes Jahr einen hohen Bedarf an Gutachterinnen und Gutachtern. Die Europäische Kommission ruft Expertinnen und Experten dazu auf, sich im Teilnahmeportal (Participant Portal) mit einem eigenen Profil zu registrieren. Dies ist die Hauptquelle, über die Expertinnen und Experten angefragt werden. Der Zielwert von 40 % des jeweils unterrepräsentierten Geschlechts bei der Begutachtung ist in den meisten Bereichen bei Weitem nicht erreicht. Daher sind insbesondere Wissenschaftlerinnen dazu eingeladen, sich anzumelden.

Als Gutachterin zu arbeiten lohnt sich!

  • Sie erhalten Einblicke in das Evaluierungsverfahren,
  • Sie knüpfen Kontakte zur Europäischen Kommission,
  • Sie können potentielle Kooperationspartnerschaften mit europäischen und internationalen Kolleginnen und Kollegen sondieren,
  • Sie erlangen wichtiges Know-how für eigene Antragsvorhaben,
  • Sie stärken Ihren eigenen wissenschaftlichen CV.

Welche Profile werden gesucht?

Voraussetzung zur Begutachtung ist entsprechende Expertise, nicht aber beispielsweise eine Professur! Sowohl Wissenschaftlerinnen im privaten oder öffentlichen Sektor können begutachten als auch Expertinnen, die nicht selbst forschen (zum Beispiel aus der Industrie oder der öffentlichen Verwaltung).

Mit einem Eintrag bewerben Sie sich als Gutachterin für das Rahmenprogramm Horizont 2020, können Ihre Dienste gleichzeitig aber auch für andere Programme der Europäischen Kommission anbieten.

Die Gutachterinnen und Gutachter für den Europäischen Forschungsrat (ERC) werden primär vom verwaltenden "Scientific Council" selbst ausfindig gemacht und angefragt; hier ist die Datenbank nur eine weitere mögliche Quelle.

Wie funktioniert die Registrierung?

Ihr Profil als Expertin für Horizont 2020 können Sie auf dem Teilnahmeportal (Participant Portal) einreichen. FiF hat dazu einen Leitfaden erstellt. Zusätzlich können Sie uns Ihre Registrierung per E-Mail zusenden. Wir überprüfen, ob wir Hinweise für eine Optimierung des Eintrags geben können. Dabei nehmen wir selbstverständlich keine inhaltliche Bewertung Ihres Profils vor, sondern beschränken uns auf formale Kriterien und unser Wissen zu den Themen von Horizont 2020.

Die Registrierung allein ist noch kein Garant, dass Sie auch tätig werden können. Sie müssen zuerst in der Datenbank gefunden und angefragt werden. Für welche Bereiche der Bedarf gerade hoch ist, hängt von den jeweiligen Ausschreibungen ab und schwankt daher sowohl zeitlich als auch fachlich.

Zusätzliche Fragen und Antworten rund um die Tätigkeit als Gutachterin bieten die Sammlung häufig gestellter Fragen (FAQ) der Europäischen Kommission und das "Horizon 2020 Online Manual".

Werden die Namen der Gutachterinnen und Gutachter veröffentlicht?

Die Namen der Gutachterinnen und Gutachter werden von der Europäischen Kommission rückwirkend für die abgeschlossenen Ausschreibungen veröffentlicht.

Für Horizont 2020 sind sie im Participant Portal bei den "Reference Documents" als letzter Punkt unter ("Lists of H2020 expert evaluators")  zu finden. Die Namen können dabei keiner bestimmten Ausschreibungen oder etwa einem Topic zugeordnet werden. Die Gutachterinnen und Gutachter des zurückliegenden 7. EU-Forschungsrahmenprogramms sind auch dort gelistet.

Gutachterinnenauswertung

FiF wertet jährlich im Detail die Beteiligung von Gutachterinnen aus. Basis sind die rückwirkend von der Europäischen Kommission veröffentlichten Listen.

Für das 6. EU-Forschungsrahmenprogramm hat FiF Auswertungen für die Jahre 2006 und 2005 erstellt.

Begutachtungsverfahren

Das Begutachtungsverfahren besteht aus mehreren Schritten.

In aller Regel werden einzelne Anträge zunächst in sogenannter „remote evaluation“ durch die ausgewählten Expertinnen und Experten gelesen und bewertet. Von ihrem Arbeitsplatz (oder von zu Hause aus) geben die Gutachterinnen und Gutachter ihre Bewertung ab und sehen erst dann, wie die Bewertung durch die anderen Beteiligten aussieht.

Meist folgt dann eine mehrtägige Konsenssitzung in Brüssel, in der alle Anträge und die Punktevergabe diskutiert werden. Am Ende steht eine Unterteilung der gelesenen Anträge in "ineligible / below threshold / above threshold". Letztere Anträge werden in eine Reihenfolge gebracht, die der Europäischen Kommission als Empfehlung überreicht wird.

Für eine Begutachtung müssen Sie mit einem Arbeitsaufwand von etwa zehn Tagen rechnen. Eine Aufwandsentschädigung erfolgt für jeden Arbeitstag plus Reise- und Verpflegungskosten. Die Begutachtung schließt Briefings zu der jeweiligen Ausschreibung und zum Ablauf durch die Europäische Kommission ein. Diese koordiniert und begleitet das Verfahren.

Sie müssen im Vorfeld sicherstellen, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Mehr zur Begutachtung in Horizont 2020 erfahren Sie auch auf dem deutschen Portal zu Horizont 2020.

Umgang mit Gender im Antrag

In einem weiteren Leitfaden hat die Europäische Kommission inhaltliche Fragen und Antworten rund um die Begutachtung zusammengestellt. Verschiedene für Horizont 2020 wichtige Themen und der geforderte Umgang damit werden adressiert, darunter Innovation und auch Gender.

Hierbei wird unterschieden zwischen a) Gender im Forschungsinhalt und b) der "gender balance" (Verhältnis der Geschlechter) in Forschungsteams. Um das Verständnis für Punkt a zu verbessern, verweist die Europäische Kommission auf die Website des Projekts "Gendered Innovations". Punkt b kann bei Anträgen mit gleichem Punktestand herangezogen werden, um eine Entscheidung über die Reihenfolge zu treffen.