Der EU-politische Rahmen für Forschung und Innovation - und seine regionale Dimension

Bunte Holzwürfel auf einem bunten Fadennetz

Wohlstand und Beschäftigung einer Region werden durch ihre regionalen Wirtschaftssysteme und deren Fähigkeit bestimmt, Wandlungsprozesse in Gang zu setzen und zu innovieren. Auch die großen gesellschaftlichen Herausforderungen haben unterschiedliche regionale Ausprägungen und wirken häufig über Grenzen hinweg. Um das volle Potenzial von Forschung und Innovation für Wirtschaft und Gesellschaft in Europa zu nutzen, ist die Vernetzung der Regionen und ihrer Akteure, die Bündelung von Ressourcen und gemeinsames Handeln von entscheidender Bedeutung. Auf regionaler Ebene sollten Forschungs- und Innovationspolitik mit Industrie- und Standort-, Infrastruktur- sowie Bildungs- und Sozialpolitik effektiv koordiniert werden, um den spezifischen regionalen Herausforderungen gerecht zu werden und eine nachhaltige Entwicklung zu befördern.

Die im 7. EU-Forschungsrahmenprogramm (2007 - 2013) geförderten Programme "Wissensregionen und Forschungspotenzial" sowie das Programm "Kohärente Entwicklung der Forschungspolitiken" widmeten sich der regionalen Dimension der Forschungs- und Innovationspolitik der EU. Im Zentrum dieser Maßnahmen standen die europäische Vernetzung und die Zusammenarbeit zwischen Instituten und innovativen Clustern. Ergänzend dazu spielten die europäischen Strukturfonds – insbesondere der Europäische Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) und der Europäische Sozialfonds (ESF) – in der Programmperiode 2007 - 2013 eine wichtige Rolle für Investitionen in regionale Forschungskapazitäten, unternehmerische Innovationen, die Entwicklung innovativer regionaler Cluster und die Aus- und Weiterbildung von Forscherinnen und Forschern.

Europa steht heute durch die europäische Wirtschafts- und Finanzkrise und infolge von immer knapper werdenden öffentlichen Mitteln vor besonderen Herausforderungen. Sowohl dies als auch die Ausrichtung der Programme auf die Ziele der Strategie Europa 2020 und auf die Vollendung des Europäischen Forschungsraums (EFR) setzen neue Schwerpunkte für die Programmperiode 2014 - 2020: Einerseits soll die Effektivität und Effizienz der Forschungs- und Innovationsförderung durch eine klarere Arbeitsteilung (im Sinne der Abgrenzung der Aufgaben) zwischen den EU-Programmen für Forschung und Innovation erhöht werden, andererseits kann dies nur durch eine noch stärkere Interaktion zwischen diesen erreicht werden.

Als Folge dessen sind die europäischen Mitgliedstaaten und Regionen dazu angehalten, ihre strategischen Zielsetzungen und Programmplanungen im Sinne einer "Intelligenten Spezialisierung" anzupassen. Diese Anpassung hat unmittelbare Auswirkungen auf die Beteiligung relevanter Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft, die Zuschnitte der Fördermaßnahmen sowie die Verwaltungs- und Kontrollmechanismen.