Archiv

Linke Gesichtshälfte einer jungen Frau mit Brille

Foto Thinkstock

In unserem Archiv finden Sie frühere Meldungen zu Veranstaltungen, Publikationen und Entwicklungen, zu denen die Kontaktstelle FiF unter "Aktuelles" berichtet hat.

  • Ergebnisse Workshop «Gender Bias» und Gender in H2020-Zwischenevaluierung

    Ergebnisse eines Workshops der EU-Kommission aus diesem Jahr zum Thema „Implicit Gender bias in evaluations“ (unbewusste wie auch bewusste Vorurteile in Bezug auf Geschlecht in der Evaluierung von Horizont 2020) sind jetzt öffentlich.

    Ebenso hat die EU-Kommission nun offiziell den Bericht zu Gender als Querschnittsaspekt in Horizont 2020 im Zusammenhang mit der Zwischenevaluierung (interim evaluation) des Rahmenprogramms veröffentlicht. Zunächst standen nur Teile der Ergebnisse in Form eines sogenannten „staff working documents“ zur Verfügung.

    Beide Dokumente sind auf der Website des H2020-Förderbereichs „Wissenschaft mit der und für die Gesellschaft“ („Sciene with and for Society“) zu finden.

  • OECD-Studie zu Gender Equality

    Die OECD hat kürzlich eine umfangreiche Studie mit dem Titel „The Pursuit of Gender Equality - An Uphill Battle“ veröffentlicht. Unter den vielfältigen Themen behandelt beispielsweise Kapitel 13 „Barriers to women’s career paths and income mobility“; Kapitel 14 die berüchtigte “Gläserne Decke”.

  • Aktuelle Fakten und Empfehlungen zu Gender und Chancengerechtigkeit in Horizont 2020

    Zwei aktuelle Dokumente nennen quantitative und qualitative Daten zur Beteiligung von Wissenschaftlerinnen an Horizont 2020 (H2020) und zur Verankerung der Genderdimension im Programm und formulieren Ansatzpunkte für zukünftige Aktivitäten:

    1. Helsinki Group on Gender in Research and Innovation - Position paper on H2020 interim evaluation and preparation of FP9, Juni 2017
    2. Commission Staff Working Document Interim Evaluation Horizon 2020 – Annex 1 (S. 250 - 261) , Mai 2017

    Zwar weichen die Daten in beiden Berichten aufgrund unterschiedlicher Abfragezeiträume leicht voneinander ab, dennoch liegen die Ergebnisse nicht weit auseinander.

    • Die aktuelle Beteiligung von weiblichem Forschungspersonal an H2020-Projekten liegt bei rund 40 %. Ohne Berücksichtigung von ERC, MSCA und ICT liegt die Quote deutlich niedriger (ca. 33 %).
    • Etwa ein Drittel der Projekte werden von Frauen koordiniert. Werden wissenschaftliche und administrative Koordination zusammengefasst, sind es mehr als 40 % unter weiblicher Federführung.
    • Der Zielwert von 50 % für die Beteiligung von Frauen in beratenden Gremien ist aktuell erreicht. Etwa 52 % Frauen sind in beratenden Gremien der Europäischen Kommission vertreten.
    • Die 40 % -Zielmarke wurde noch nicht erreicht im Bereich Evaluation von Anträgen: Knapp 37 % der Verträge wurden mit Expertinnen geschlossen, lediglich ca. 30 % der registrierten Profile stammen von Frauen.

    Beide Berichte bestätigen einen Fortschritt hin zu einer stärkeren Beteiligung von Wissenschaftlerinnen an Projekten bei der Koordination, in Beratungsgremien und in der Evaluation von Projekten. Das aktuelle Monitoring der Daten wird allerdings bemängelt. Gefordert wird ein substanziell verbessertes und detaillierteres System, um beispielsweise die Beschäftigten in den Projekten nach Kategorien zu erfassen (wissenschaftliche Koordination, administrative Koordination, Work-Package-Leitung, Forschende, Postdocs, PhD) und nach Horizont-2020-Bereichen zu unterteilen. Auch ein genaueres Monitoring der inhaltlichen Kategorie "Gender in Research" wird gefordert.

    Ein zusätzlicher Indikator wird gefordert, der zeigt, wie häufig das Geschlechterverhältnis bei "ex aequo"-Anträgen (Punktegleichstand) angewendet und ausschlaggebend für die Berücksichtigung von Anträgen war. Dies wird aktuell nicht systematisch dokumentiert.

    Beide Berichte sehen großen Handlungsbedarf im Bereich "Gender in Research": Aktuell berücksichtigen nach eigenen Angaben rund 35 % der Projekte Genderaspekte im Forschungsinhalt. Dabei ist der Grad der Berücksichtigung sehr unterschiedlich. Bei genauerer Betrachtung von 111 Projekten fällt auf, dass nach wie vor häufig Verwechslungsgefahr besteht zwischen der personenmäßigen Beteiligung am Projekt (gender equality) und der inhaltlichen Genderperspektive des Projekts (gender in research).

    Kein einziges Gender Training wurde in den 111 untersuchten Projekten durchgeführt. Offensichtlich herrscht hier nach wie vor Unsicherheit und Unwissen darüber, dass Gender Trainings überhaupt gewünscht und abrechenbar sind. Viele Antragstellenden tun sich außerdem schwer, geeignete Anbieter von Gender Trainings zu finden, die über spezifisches interdisziplinäres Wissen verfügen.

    Beide Berichte fordern weitere Sensibilisierungs- und Trainingsmaßnahmen für sämtliche Stakeholder (Project Officer, Expertinnen und Experten, Gremien, Nationale Kontaktstellen etc.).

    Die Helsinkigruppe geht in Ihrem Positionspapier noch weiter mit ihren Empfehlungen und fordert unter anderem,

    • dass Topics ohne die explizite Nennung von Genderaspekten die Ausnahme sein sollten;
    • dass Projekte in Ausschreibungen mit Genderbezug, eine Geschlechts- / Genderanalyse umsetzen und eine Person mit Genderexpertise einbeziehen müssen;
    • ein Update der "Minimum standards and guiding principles for setting up systems of NCPs", so dass Nationale Kontaktstellen stärker das Bewusstsein der von ihnen beratenen Klientel schärfen und entsprechende Kapazitäten stärken (können) sollten;
    • verbesserte Briefings und Guidelines zu den Themen Gender und Chancengerechtigkeit für die Evaluatorinnen und Evaluatoren von Anträgen, insbesondere in den Topics mit Genderbezug.

  • Umbenennung und Wechsel der Zugehörigkeit Helsinki-Gruppe

    Seit Juni 2017 trägt das bis dato als "Helsinki Group on Gender in Research and Innovation" bezeichnete Gremium einen neuen Namen und ist innerhalb der sogenannten ERA Governance (der politischen Systematik zu Verwaltung und Gestaltung des Europäischen Forschungsraums) neu verortet. Die Gruppe heißt nun "Standing Working Group on Gender in Research and Innovation of the European Research Area and Innovation Committee (ERAC)". Sie ist dem Rat unterstellt, statt wie bisher der Europäischen Kommission. Die Gruppe wird gebildet von Vertreterinnen und Vertretern der Regierungen von EU-Mitgliedstaaten sowie assoziierten Ländern und der Europäischen Kommission.

    Aus Deutschland sind aufgrund des Föderalismus eine Vertreterin des BMBF sowie eine Vertreterin eines Landesministeriums Mitglieder in der Gruppe. Die beratenden Aufgaben sind im Wesentlichen die gleichen wie gehabt.

  • Neue FiF-Broschüre

    Die Kontaktstelle FiF hat eine neue Broschüre herausgebracht. Darin werden die Themen Chancengerechtigkeit und Gender in Horizont 2020 genau erläutert. Daneben stehen konkrete Beispiele im Vordergrund. Sechs Wissenschaftlerinnen und ihre Projekte aus unterschiedlichsten Bereichen werden vorgestellt. Weitere Projekte illustrieren die Integration von Genderaspekten. Auch zwei Projekte mit Fokus auf den Institutionellen Wandel für bessere Chancengerechtigkeit werden vorgestellt.

    Die Broschüre ist als PDF zum Download auf der FiF-Website verfügbar. Druckversionen bestellen Sie bitte über die Bundesdruckerei.

  • Horizont 2020 Interim Evaluation: Lückenhafte Datenlage zu weiblicher Beteiligung und Genderaspekten

    Ende Mai 2017 hat die EU-Kommission die sogenannte Zwischenevaluierung (Interim Evaluation) von Horizont 2020 veröffentlicht. Die Ergebnisse der Evaluation fußen neben der kommissionseigenen Datenbank auch auf einer öffentlichen Konsultation sowie der Arbeit mehrerer zu diesem Zweck einberufener Beratungsgremien, darunter auch einer Gruppe zu „gender equality as a cross cutting issue in Horizon 2020.“

  • EU Fact Sheet "Gleichstellung von Männern und Frauen"

    Der Wissenschaftliche Dienst des Europäischen Parlaments hat aktuell in der Reihe "Kurzdarstellungen zur Europäischen Union" ein Fact Sheet zur Gleichstellung veröffentlicht. Darin zusammengefasst sind Grundlagen und einschlägige Maßnahmen der Europäischen Union. Neben Rechtsvorschriften aus dem Vertrag von Lissabon und seinen Vorläufern werden entsprechende Urteile des Europäischen Gerichtshofs angeführt, die als Meilensteine bei der Rechtsprechung angesehen werden. Hinzu kommt die Darstellung jüngster Maßnahmen der Europäischen Union, darunter zum Beispiel das Programm "Gleichstellung, Rechte und Unionsbürgerschaft" im Mehrjährigen Finanzrahmen (MFR 2014-2010) und die Einrichtung des Europäischen Instituts für Gleichstellungsfragen EIGE 2006 sowie die stetige Weiterentwicklung von dessen Aktivitäten. Zuletzt wird auch die Rolle des Europäischen Parlaments in der Politik zur Chancengleichheit thematisiert.

  • Die "Gender-Linse" in der Medizin

    In einem kompakten und allgemeinverständlichen Aufsatz hat die renommierte Kardiologin und Direktorin des Instituts für Geschlechterforschung in der Medizin an der Berliner Charité, Dr. Vera Regitz-Zagrosek, die geschlechtsspezifischen Aspekte von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zusammengefasst. Als zentrales Problem identifiziert sie den Mangel an Wissen, sowohl auf Seiten von Patientinnen (die die teils anderen Symptome nicht erkennen), als auch Ärztinnen und Ärzten und damit bei Diagnose und Therapie.

    Sie leitet daraus grundlegende notwendige Ansätze für jedwede medizinische Forschung ab. Durch die "Gender-Linse" betrachtet, argumentiert Dr. Regitz-Zagrosek, würde Forschung und damit letztlich Therapie vieler Krankheiten erst Männern und Frauen gleichermaßen gerecht und optimal auf die jeweiligen Bedürfnisse abgestimmt. So sei zum Beispiel mehr interdisziplinäre Forschung nötig, ebenso ein verbessertes Bewusstsein bei politischen Akteurinnen und Akteuren, außerdem gezielte Förderung im Bereich der Gendermedizin.

  • Horizont-2020-Monitoringbericht 2015

    Kurz vor Jahresende 2016 hat die Europäische Kommission den Monitoringbericht 2015 zu Horizont 2020 veröffentlicht. Eine zentrale Feststellung lautet, dass in den ersten beiden Jahren des Rahmenprogramms der Frauenanteil an Horizont-2020-Projekten insgesamt 35,8 % betrug. Dabei wurde wissenschaftliches und nicht wissenschaftliches Personal ausschließlich zusammen erfasst. Der Anteil von Koordinatorinnen wird mit 34,6 % beziffert. Eine kleine Lücke ist festzustellen zwischen dem Anteil registrierter Expertinnen in der Datenbank für die Begutachtung (31,1 %; im Vorjahr: 35,56 %) und dem Frauenanteil bei geschlossenen Begutachtungsverträgen, der bei 36,7 % lag (Vorjahr: 36,27 %). Im Verhältnis zu registrierten Profilen wurden also etwas mehr Frauen als Männer tatsächlich begutachtend tätig (und/oder also zuvor überhaupt erst angefragt). Nach wie vor strebt die Kommission in diesem Feld mindestens ein Verhältnis von 40 % zu 60 % an.

    Die angestrebten 50 % in Beratungsgremien wurden laut Bericht erreicht und sogar minimal übertroffen: 51,9 % Frauen wurden für beratende Gremien und Gruppen zu Horizont 2020 notiert. 36,2 % aller analysierten Projekte gaben an, Gender im Forschungsinhalt aufzugreifen. Grundlage hierfür sind 6.062 laufende oder kurz vor dem Start stehende Projekte der Jahre 2014 und 2015. Details zu Art und Qualität der Genderaspekte werden bislang für das Monitoring jedoch nicht abgefragt.

    Bis auf den Anteil in Begutachtungs- und Beratungsgremien wurden alle genannten Werte erstmals erhoben. Zuvor war nach Einschätzung der Europäischen Kommission keine kritische Masse an bewilligten Projekten erreicht.

    Horizont-2020-Monitoringbericht 2015 (Gender und Chancengleichheit werden auf Seite 53 behandelt.)
    Horizont-2020-Monitoringbericht 2014

  • Videos zu Gender in der Forschung und Gender Bias bei der Einstellung

    Das kürzlich veröffentliche Video des Bereichs Marie Skłodowska-Curie (Mobilitätsmaßnahmen in Horizont 2020) in der Europäischen Kommission zeigt, wie biologische und soziale geschlechtsbedingte Unterschiede in Projekten beforscht werden können. Der kurze Film thematisiert auch übergeordnet die Anforderung und Relevanz des Themas in Horizont 2020 und ist damit nicht nur für Antragstellende der Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen (MSCA) interessant.

    Ein Video des katalanischen Instituts CERCA verdeutlicht, wie geschlechtsabhängige Verzerrungen bei Einstellungsverfahren in Forschungsinstitutionen Wissenschaftlerinnen benachteiligen können. Anhand von Spielszenen werden konkrete, typische Situationen und die dort zu findenden "Fallen" mit Lösungen vorgestellt. Es wird auch unterschieden zwischen bewussten und unbewussten Stereotypen, ihren Auswirkungen und dem professionellen Umgang damit. Das Video ist auch auf den Seiten des ERC im Bereich der Arbeitsgruppe zu Gender Balance zu finden.

  • Aktualisiertes Merkblatt zu Gender und Chancengleichheit im aktuellen Arbeitsprogramm

    Das 'Vademecum on Gender Equality' der Europäischen Kommission nennt Punkt für Punkt die Verankerung von Gender und Chancengleichheit in allen Programmphasen von Horizont 2020. Für das Arbeitsprogramm 2016 - 2017 wurde die ursprünglich 2014 erschienene Zusammenstellung überarbeitet. Es enthält auch ein Glossar mit Definitionen der Europäischen Kommission sowie eine Auflistung aller relevanten Textstellen in den offiziellen Rechtstexten zu Horizont 2020. Das Vademecum ist neben den Seiten der Europäischen Kommission auch auf dem zentralen Portal für Gender in der Forschung, GenPort, zu finden.

    Im sogenannten Participant Portal der Kommission enthält darüber hinaus das dort verlinkte Online Manual einen ausführlichen Bereich zu Gender in Horizont 2020, inklusive FAQ-Sammlung, weiterführenden Links und Checklisten.

  • EIGE-Website mit „GEAR Tool” online

    Das European Institute for Gender Equalty (EIGE) hat das „GEAR Tool“ fertig gestellt. GEAR steht für Gender Equality in Academia and Research und wurde entwickelt als Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Einführung um Umsetzung von Gleichstellungsplänen an Hochschulen und anderen forschenden Einrichtungen. Entsprechend richtet sich GEAR an Angestellte solcher Institutionen. Zu der Anleitung gehören unter anderem Hintergrundinformationen zu europäischen und nationalen Rechtssprechungen zu Chancengleichheit in der Forschung, eine Sammlung hilfreicher Argumente, Anforderungen und Erfolgsfaktoren.

    Das EIGE ist eine autonome Einrichtung der Europäischen Union mit Sitz in Vilnius (Litauen). Gender und Chancengleichheit in Forschung und Innovation ist ein relativ junges Themenfeld des EIGE.

  • IGAR-Tool: Praktische Handreichung für Genderanalyse

    Das EU-geförderte ERA-Net GENDER-NET hat das sogenannte IGAR-Tool entwickelt und präsentiert dies auf einer umfangreichen Website. IGAR steht für "Integrating Gender Analysis into Research".

    Adressiert sind forschungsfördernde Organisationen, Antragstellende von Forschungsföderanträgen sowie (potenzielle) Gutachterinnen und Gutachter. Für jede Gruppe gibt es einführende Erläuterungen, spezifische Checklisten und Referenzen. Im allgemeinen Bereich der Seite führt ein Videoclip mit zahlreichen Beispielen in die Thematik ein. Darüber hinaus werden einzelne Forschungs- bzw. Förderbereiche aus Horizont 2020 herausgehoben und mögliche Genderdimensionen darin beispielhaft veranschaulicht. Eine Sammlung einschlägiger Ressourcen und Initiativen rundet das Angebot ab.

  • Statistikdatenbank des EIGE

    Nutzerfreundliche Genderstatistiken, die teilweise lange Zeitreihen abdecken finden sich in der Gender-Datenbank des European Institute for Gender Equality (EIGE). Die wichtigsten Funktionen der Datenbank lassen sich schnell in einem Web-Tutorial entdecken.

  • Dokumentation des deutschen Gender in Physics Day 2017

    Anfang des Jahres richtete das DESY in Hamburg Veranstaltung „Culture and Careers in Physics“ aus. Die Präsentationen und Poster der Veranstaltung sind inzwischen auf der Webseite des Projekts GENERA verfügbar, in dessen Rahmen die Veranstaltung stattfand. Auf der Tagesordnung standen unter anderem Diskussionen zum Stand der Umsetzung von Chancengerechtigkeit in der Physik in Deutschland und über Ansatzpunkte für Einrichtungen um den institutionellen Wandel in der Physik voran zu treiben.

    ENERA wird unter Horizont 2020 im Programmteil „Wissenschaft mit der und für die Gesellschaft“ gefördert. Das Projekt will den beteiligten Institutionen Unterstützung bei der Umsetzung von modernen Gleichstellungsmaßnahmen und -plänen bieten. Jede am Projekt teilnehmende Einrichtung richtet eine solche Veranstaltung aus.

    GENERA wird auch auf der FiF-Homepage und in der neuen Broschüre vorgestellt.

  • Elsevier-Bericht "Gender in the Global Research Landscape"

    Der zum Weltfrauentag am 8. März 2017 veröffentlichte Bericht "Gender in the Global Research Landscape" untersucht die Beteiligung von Frauen in der Forschung, primär der wissenschaftlichen Publikation. Herausgeber ist Elsevier, ein führendes Unternehmen für wissenschaftliche Publikationen und Dienstleistungen. Der Bericht wertet umfangreiche Daten aus Elseviers Online-Datenbanken aus. Internationale Expertinnen und Experten, darunter auch von der Gemeinsamen Forschungsstelle (Joint Research Centre) der Europäischen Union, haben zu der Auswertung beigetragen.

    Mehrere wissenschaftliche Dienste und Medien haben den Bericht aufgegriffen. Auch die renommierte Fachzeitschrift Nature berichtet über den bislang nur langsam steigenden Frauenanteil bei Publikation, Zitation und Erstautorinnenschaft.

    Ende 2015 hatte der Bericht "Mapping Gender in the German Resarch Area" insbesondere das Publikationsverhalten deutscher Forscherinnen untersucht.

  • Printversion der She Figures 2015 und zugehöriges Handbuch

    Nach Erscheinen der Ausgabe 2015 der She Figures als PDF hat die Europäische Kommission nun auch eine Druckversion (inklusive CD) nachgelegt. Diese ist kostenlos über den EU Bookshop bestellbar. Zusätzlich gibt es erstmals ein begleitendes Handbuch, in dem die Methodologie zur Datenerhebung und den Indikatoren erklärt wird. Ziel ist es, dadurch Stakeholdern die eigene Erhebung aussagekräftiger Daten zu Gender in Forschung und Innovation zu erleichtern. Das Handbuch steht als PDF zum Download zur Verfügung

  • EU-Fraueninnovationspreis: Deutsche gewinnt dritten Preis

    Mit einer feierlichen Zeremonie im Europäischen Parlament wurde am 8. März, dem Weltfrauentag, der EU-Preis für Innovationsleistungen von Frauen (EU Prize for Women Innovators) verliehen. Gewinnerin des mit 100.000 Euro dotierten Preises ist die britisch-kroatische Designerin Michela Magas mit ihrem Londoner "Design Innovation Lab" Stromatolite. Der zweite und dritte Preis (50.000 Euro und 30.000 Euro) gingen an die Schwedin Petra Wadström (Firma Solvatten) und die Biochemikerin Dr. Claudia Gärtner aus Deutschland. Ihre Idee eines diagnostischen "Labor im Chipformat" hat sie zur Gründung der auf diesem Gebiet marktführenden microfluidic ChipShop GmbH in Jena geführt.

    Erstmals wurde 2017 zusätzlich die Kategorie "Rising Innovator" (20.000 Euro) ausgeschrieben, die sich an Unternehmerinnen bis 30 Jahre richtet. In dieser Kategorie gewann die Bulgarin Kristina Tsvetanova.

    Mit einer Kampagne wurde der diesjährige Preis öffentlichkeitswirksam angekündigt. So gab es von allen zwölf Finalistinnen, darunter zwei Deutsche, ausführliche Interviews und Videos.

    Den mit Mitteln aus Horizont 2020 (Bereich "Wissenschaft mit der und für die Gesellschaft") finanzierten Preis gibt es seit 2011. Er wurde seitdem 2014 und 2016 durch die Generaldirektion Forschung und Innovation verliehen. Ziel des Preises ist es, den Blick auf besonders innovative Unternehmerinnen und ihre bereits auf den Markt gebrachten Ideen zu lenken. Für die Teilnahme an dem Wettbewerb ist entscheidend, dass die Unternehmerinnen ein wissenschaftlich und oder technisch innovatives Unternehmen (mit-)gegründet haben und EU-Bürgerin oder Bürgerin eines zu Horizont 2020 assoziierten Staates sind. Mehr Informationen zum Preis gibt es auf den Seiten der Europäischen Kommission.

  • Studie 'The use of funds for gender equality in Selected Member States'

    Eine kürzlich veröffentlichte Studie der Generaldirektion für Interne Politikbereiche der Union im Europäischen Parlament untersucht die Ausgaben für Geschlechtergerechtigkeit in verschiedenen Europäischen Programmen. Im Fokus stehen die EU-Staaten Deutschland, Großbritannien, Italien, Kroatien, Polen und Schweden. Auch bei den Fördermitteln wurde eine Auswahl getroffen: Neben Strukturfonds und dem Programm der Generaldirektion Justiz zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen (Nachfolge des früheren DAPHNE-Programms) wurde Horizont 2020 betrachtet. Nur ein sehr geringer Anteil der bislang zur Förderung ausgewählten Projekte weist Bezüge zu Gender und Chancengleichheit auf. Deutschland ist zu einem relativ großen Teil an diesen Projekten beteiligt.

    Die Studie wurde vom FEMM-Ausschuss (Rechte der Frau und Gleichstellung der Geschlechter) im Europäischen Parlament angefordert.

    Auf den Seiten 66 - 73 wird die Untersuchung der bisherigen Ausschreibungen in Horizont 2020 vorgestellt. Basis ist die Datenbank der Europäischen Kommission bzw. die darauf fußenden ersten Monitoringberichte zu Horizont 2020. Als Stichdatum wurde September 2016 gewählt. Bis dahin waren 10.128 Projekte in der Datenbank als gefördert aufgeführt. Mit Hilfe der Schlagworte 'gender' und 'gender equality' wurden 122 Projekte identifiziert, von denen bei genauerer Betrachtung 71 als tatsächlich (auch) Chancengleichheit behandelnd übrig blieben. Hinzu kamen spezifische thematische Projekte aus dem Bereich 'Wissenschaft mit der und für die Gesellschaft'.

    Insgesamt hat Großbritannien die höchste Beteiligung an Projekten, in denen Gender eine Rolle spielt. Von den bis dato sechs 'GERI'-Projekten (GERI = Gender Equality in Research and Innovation) werden jedoch drei von deutschen Einrichtungen koordiniert.

    Zu den unterschiedlichen Säulen und darin angesiedelten Teilen von Horizont 2020 liefert die Studie je ein Beispiel für ein Projekt mit Genderbezug. Zu beachten ist, dass die Zahlenanalyse der Projekte nichts über den jeweiligen Inhalt oder die Art der Genderaspekte aussagt.

  • GENDER-Net: Berichte online

    Entsprechend seinem Arbeitsplan hat das ERA-Net GENDER-NET mittlerweile eine Reihe von Berichten veröffentlicht. Diese sind auf der Website von GENDER-NET zu finden. Unter der Überschrift „Gender Equality in Research Institutions through Structural Change“ wurden vor allem Bestandsaufnahmen zum Vorhandensein von Gender-Anforderungen in Forschungsförderprogrammen und nationalen Initiativen zur Förderung gleicher Chancen an Forschungseinrichtungen erstellt.

    Die Partnereinrichtungen von GENDER-Net haben sich zusammengeschlossen, um der Fragmentierung im Europäischen Forschungsraum im Bereich Gender und Chancengleichheit entgegen zu wirken. Bestehende nationale Initiativen werden vorgestellt und geprüft, gemeinsam Prioritäten für transnationale Kooperation festgelegt und ausgewählte, strategische gemeinsame Aktivitäten umgesetzt.

  • Online-Trainingsmodule für gendersensible Gesundheitsforschung

    Das soziale und das biologische Geschlecht beeinflussen das individuelle Risiko für Erkrankungen, die Wirkung von Arzneien und die Zahl der Arztbesuche. In der Gesundheitsforschung wird die Genderdimension von Forschung deshalb nicht mehr in Frage gestellt. Effekte, die sich auf das soziale oder biologische Geschlecht von Probanden, Versuchstieren und Zellen zurückführen lassen, müssen identifiziert werden, damit Forschung als exzellent gelten kann.

    Das kanadische "Institute of Gender and Health" hat zum Themenkomplex Gender in der Gesundheitsforschung drei Online-Trainingsmodule veröffentlicht. Forschende, Verleger und Politikverantwortliche können damit selbständig ihr Wissen zum Thema gendersensibles Forschungsdesign testen und verbessern.

    Themen:

    Jedes der interaktiven Module kann in maximal einer Stunde vollständig bearbeitet werden. Alternativ kann es in ca. 15-minütige Abschnitte gegliedert werden. Jedes Modul gliedert sich in einen Wissenstest und einen Übungsteil. Die Teilnahme wird zertifiziert und kann so bei Bedarf belegt werden.

  • Gefangen im geschlechterstereotypischen Denken

    Unbewusste geschlechtsspezifische Verzerrungen bei der Wahrnehmung der Welt und der in ihr herrschenden Gesetze sind im akademischen Sektor gang und gäbe. Diese Verzerrungen zu erkennen und zu verstehen ist eine Voraussetzung für mehr Chancengerechtigkeit und weniger geschlechtsspezifische Hürden beim Zugang zu akademischen Karrieren. Auf der Webseite des EU-Projekts LIBRA kann mithilfe eines zweistufigen Assoziationstests geprüft werden, wie sehr man im geschlechterstereotypen Denken befangen ist.
    Der Test wurde entwickelt im Rahmen des Horizont 2020-Projekts “LIBRA - Unifying innovative efforts of European research centres to achieve gender equality in academia”.  

  • H2020-Monitoring: Zielmarke für Gutachterinnen nicht erreicht

    Die EU-Kommission strebt eine ausgewogene Besetzung aller Begutachtungs-Panels in Horizont 2020 an. Das im jeweiligen Fachbereich unterrepräsentierte Geschlecht soll zu mindestens 40 % in den Gruppen zur Begutachtung vertreten sein. Ein aktueller Monitoring-Bericht der EU-Kommission zur Umsetzung von Horizont 2020 zeigt, dass diese Zielmarke noch nicht erreicht ist: lediglich 36,27 % aller Begutachtungsverträge wurden mit Gutachterinnen abgeschlossen. Da nur 35,56 % aller Expertenprofile von Frauen stammen, ist die Wahrscheinlichkeit als Gutachterin ausgewählt zu werden, für Expertinnen etwas höher als für ihre männlichen Kollegen.

    Gegenstand des Monitorings waren Projekte, die aus 2014 geschlossenen Calls hervorgegangen sind und deren Vertragsschluss mit der Kommission vor dem 31. Dezember 2015 erfolgte. Bereits vor dem Start von Horizont 2020 wurden Indikatoren festgelegt, für die kontinuierlich Daten erhoben werden sollen. Für das Themenfeld Gender und Chancengerechtigkeit sind dies:

    1. Anteil der Frauen, die an H2020-Projekten beteiligt sind
    2. Anteil der Koordinatorinnen
    3. Anteil der Frauen in Beratungs- und Begutachtungsgremien
    4. Anteil der Projekte mit Gender-Dimension.
    Zu den ersten beiden Indikatoren werden erst 2016 nach dem Start von mehr Projekten aussagekräftige Daten vorliegen. Zu dem vierten Indikator enthält der Bericht lediglich den Hinweis auf die Zahl der Ausschreibungen, die einen Hinweis auf eine mögliche Gender-Dimension enthalten.

     

  • Handreichungen zur Praxis der Gleichstellungsarbeit und zur Integration der Gender Dimension auf Genport erschienen

    Im Rahmen des EU-Projekts GenPORT sind in den letzten Tagen mehr als 20 Handreichungen erschienen, die sich mit den unterschiedlichsten Aspekten der Gleichstellungsarbeit im akademischen Sektor und geschlechtergerechter Forschung befassen. Jedes Dokument beschreibt Lösungsmöglichkeiten für ein spezifisches Problem, die bereits in verschiedenen EU-Mitgliedstaaten praktiziert werden. Am Schluss werden häufig Empfehlungen formuliert, die sich an nationale Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger sowie an Führungspersonal aus Wissenschaft oder Forschungsfördereinrichtungen wenden.

  • Launch des Internetportals Genderportal.eu

    Am 21. April 2016 fand in Brüssel der offizielle Launch des Internetportals genderportal.eu im GenPORT-Projekt statt.
    Genderportal.eu ist ein wissenschaftliches Serviceangebot des EU-geförderten Projekts "GenPORT – An internet portal for sharing knowledge and inspiring collaborative action on gender and science". Neben einem Repositorium für Ressourcen zu Gleichstellungsarbeit und Gender in der Wissenschaft schafft das Portal auch eine weltweit vernetzte Online-Community für Forschende und Praktikerinnen und Praktiker der Gleichstellungsarbeit in Wissenschaft, Technologie und Innovation. Es vereinfacht somit den Erfahrungsaustausch unter Politikverantwortlichen, Forschenden und Gleichstellungsakteuren und soll die Fülle an Forschungsergebnissen, konkreten Maßnahmen und strategischen Informationen zu Gleichstellung in der Wissenschaft organisieren und gebündelt verfügbar machen. Darüber hinaus beinhaltet genderportal.eu wissenschaftliche Ressourcen, praxisorientiertes Material zur Gleichstellungsarbeit, Datenbankzugänge, Blogeinträge sowie Links zu gender-relevanten Internetseiten und Veranstaltungen.

  • Rat und Parlament fordern Aufwertung der Geschlechterpolitik der Kommission

    Gleichstellungspolitik wurde in der Europäischen Union von 2010 bis 2015 im Rahmen der Strategie für die Gleichstellung von Frauen und Männern betrieben. Im Dezember hat die Europäische Kommission ihr strategisches Engagement für die Gleichstellung der Geschlechter (2016-2019) in Form eines Arbeitsdokuments der Kommissionsdienststellen vorgestellt. Auf eine Veröffentlichung als weitaus verbindlichere und nach außen viel besser sichtbare Kommissionsmitteilung wurde verzichtet. In seiner am 7. März 2016 verabschiedeten Schlussfolgerung „Reaktion auf das strategische Engagement der Kommission für die Gleichstellung der Geschlechter“ kritisiert der Rat der Europäischen Union die Kommission dafür und fordert eine Aufwertung des Papiers hin zu einer Kommissionsmitteilung. Der Rat fordert weiterhin die unverzügliche Umsetzung der genannten Maßnahmen und die Entwicklung neuer Initiativen. Anfang Februar hatte sich das Europäische Parlament ebenfalls für eine solche Aufwertung stark gemacht.

    Inhaltlich setzt die Kommission fünf Aktionsschwerpunkte:

    • Steigerung der Erwerbsbeteiligung von Frauen und gleiche wirtschaftliche Unabhängigkeit von Frauen und Männern
    • Verringerung des Einkommens- und Rentengefälles und dadurch Bekämpfung der Armut von Frauen;
    • Förderung der Gleichstellung von Frauen und Männern in Entscheidungsprozessen;
    • Bekämpfung der geschlechtsspezifischen Gewalt sowie Schutz und Unterstützung für die Opfer;
    • Förderung der Gleichstellung der Geschlechter und der Rechte der Frau weltweit.

    Die Interessen von Frauen im Wissenschaftssystem werden nur am Rande im Rahmen des Schwerpunkts zur Gleichstellung von Männern und Frauen in Entscheidungsprozessen berührt. Die Kommission bekräftigt hier ihr Ziel institutionellen Wandel durch die Implementierung von Gleichstellungsplänen zu unterstützen. Diese Maßnahmen sind in der Tat Teil des Arbeitsprogramms von „Wissenschaft mit der und für die Gesellschaft 2016-17“.

  • Der EU Innovationspreis für erfolgreiche Unternehmerinnen geht nach Portugal

     Dr. Susana Sargento, Mitbegründerin des portugiesischen Unternehmens Veniam, nahm am 10. März den mit 100.000 Euro dotierten Preis für innovative Unternehmerinnen, den EU Prize for Women Innovators 2016 entgegen. Veniam vertreibt eine Software zum Aufbau drahtloser, kostengünstiger WLAN-Netze mit Fahrzeugen. Die Idee dahinter ist, dass jedes mit der Technik ausgerüstete Auto, jeder Bus und jeder Laster als Hotspot fungiert und so die Netzabdeckung vor allem in Städten verbessert. Entwickelt wurde die Idee an der Universität Aveiro in Portugal, an der Dr. Sargento lehrt.
    Der zweite Platz ging an Prof. Sirpa Jalkanen, die finnische Gründerin von BioTieTherapies und Faron Pharmaceuticals. Die Firmen sind unter anderem in der Entwicklung neuer Krebstherapien erfolgreich. Dr. Sarah Bourke wurde mit dem dritten Platz ausgezeichnet. Ihre Firma Skytek Ltd. aus Irland entwickelt Software zum Management von kritischen Situationen auf der internationalen Raumstation ISS.
    Der EU Women Innovators Prize ist die wichtigste Auszeichnung für Gründerinnen innovativer Unternehmen der Welt. Für den Preis bewerben können sich Gründerinnen, deren Unternehmen bereits von der europäischen Forschungs- und Innovationsförderung profitiert haben. Eine unabhängige Jury bestimmt aus den Einreichungen die drei Gewinnerinnen. Unter den neun Finalistinnen war auch Dr. Claudia Gärtner die deutsche Gründerin von microfluidic ChipShop. Das Unternehmen entwickelt mikrofluidische Systeme, die als Miniaturlabore eingesetzt werden.

    Weitere Informationen:

    Offizielle Webseite EU Prize for Women Innovators
    Portraits der neun Finalistinnen

  • Evaluation zum 7. Forschungsrahmenprogramm veröffentlicht

    Der im November 2015 veröffentlichte Bericht "Commitment and Coherence – Ex-Post-Evaluation of the 7th EU Framework Programme (2007‐2013)" bewertet Ergebnisse und Auswirkungen aller Aktivitäten des 7. EU-Forschungsrahmenprogramms (7. FRP). Der Bericht enthält Empfehlungen, die auch für die Zwischenevaluierung von Horizont 2020 relevant sein können. So wird zum Beispiel die stärkere Betonung gesellschaftlicher Herausforderungen empfohlen, zu denen auch Maßnahmen zur Geschlechtergleichstellung zählen. Denn selbst wenn auf den ersten Blick der Zielwert einer (mindestens) 40-prozentigen Beteiligung von Frauen am 7. FRP fast erreicht worden zu sein scheint, muss hier differenziert werden: Zwar sind 38 % aller an Projekten beteiligten Personen weiblich, jedoch verringert sich mit steigender Verantwortung im Projekt dieser Anteil. Lediglich 19,2 % der Projekte werden von Frauen koordiniert. Im Vergleich zum 6. FRP ist dies nur eine leichte Steigerung (16 % - 17 %). Die Unterschiede zwischen einzelnen Programmbereichen sind sehr groß und im Detail im Bericht nachzulesen.

    Der Bericht nennt auch den Anteil der Projekte, die Genderaspekte als Forschungsinhalt berücksichtigen. Die Aussagekräftigkeit dieser Zahlen – zwischen 15 % und 27 % - schmälert die Tatsache, dass hierzu lediglich drei Fragen im Abschlussbericht beantwortet werden müssen. Es besteht das Risiko, dass die Fragen unterschiedlich interpretiert wurden. Außerdem wichtig: Zum jetzigen Zeitpunkt laufen noch sehr viele Projekte, die aus dem 7. EU-Forschungsrahmenprogramm gefördert wurden und werden. Diese können nocht nicht mit in die vorliegende Bewertung einfließen. Dennoch liefert der Bericht signifikante Daten zu Chancengleichheit und Gender im Forschungsinhalt.

    Es bleibt zu hoffen, dass zukünftige Evaluierungen sich einer weiteren Empfehlung des Berichts annehmen: Gefordert wird ein strategisches Programm-Monitoring, dass wünschenswerterweise sowohl Aspekte der Beteiligung als auch der inhaltlichen Genderkomponente differenzierter, transparenter und konsistenter erhebt und auswertet.

  • GENDER-NET veröffentlicht umfassende Analysen zu Gender-Politiken in der Forschungsförderung

    GENDER-NET ist das erste ERA-Net zur Förderung von Gleichstellung in Wissenschaft und Forschung. Das Projekt ist 2013 als Koordinierungs- und Unterstützungsmaßnahme unter französischer Koordination gestartet und läuft bis Ende 2016. Es soll Impulse für einen Strukturwandel in der Wissenschaft in Europa geben sowie dazu beitragen, die Analyse von biologischen und sozialen Genderaspekten tiefer in der Forschung zu verankern. Deutschland ist am GENDER-NET beobachtend beteiligt, vertreten durch die DFG und Dual Career Network Deutschland.

    Das Projekt hat nur erste Berichte veröffentlicht. Sie bilden eine sehr reichhaltige Datengrundlage über bestehende Gesetze, Regelungen, Initiativen und Instrumente zu den Themen Gleichstellung und Förderung der Genderdimension in der Forschung. Im Mittelpunkt stehen die am GENDER-NET beteiligten Länder. Ziel ist die Identifikation von Best-practice, ihre Verbreitung im Rahmen von Netzwerkaktivitäten und die transnationale Öffnung bewährter Verfahren.
    Drei Berichte sind Teil des Arbeitspakets 2 "Geschlechtergleichstellung in Forschungseinrichtungen durch Strukturwandel":

    • National Plans and initiatives in selected research institutions aiming to stimulate gender equality and enact structural change
    • Plans and initiatives in selected research institutions aiming to stimulate gender equality and enact structural change
    • Award schemes, gender equality and structural change

    Im Arbeitsbereich 3 "Verankerung von Gender in Forschungsinhalten und -Programmen" wurde ebenfalls eine umfassende Analyse, ein "Compendium of National initiatives on the integration of the gender dimension", vorgelegt. Die Berichte zeigen, dass das Konzept Gendergleichstellung institutionell bereits in mehreren Ländern breit verankert ist. Schwierigkeiten bereitet dagegen noch immer der Umgang mit dem Konzept der inhaltlichen Genderdimension von Forschung insbesondere auch in Abgrenzung von Gleichstellung im Sinne der Beteiligung. Hilfreich seien vor allem Ansätze, die die Vergabe von Forschungsgeldern (möglichst programmübergreifend) an die Berücksichtigung von Gender im Forschungsdesign knüpfen.

  • Studie des Projekts "Exploring Quotas" veröffentlicht

    Die Gesellschaft zur Förderung der Lebenswissenschaften (EMBO) hat im August 2015 den Bericht "Exploring quotas in academia" veröffentlicht. Er basiert auf Auswertungen einschlägiger Studien und von Stakeholder-Berichten. Er stellt Chancen und Risiken umfassend gegenüber, die sich aus der Einführung von Quotenmodellen bei Einstellungsverfahren, Gremienzusammensetzungen und der Drittmittelvergabe in Wissenschaftseinrichtungen ergeben. Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger, die eine Implementierung von Quoten erwägen, finden hierin einen mit vielen Praxisbeispielen angereicherten Informationsleitfaden. Deutlich wird, dass der potenzielle Nutzen sowie die tatsächlichen oder angenommenen Nachteile unterschiedlich und davon abhängig sind, wer die Umsetzung verantwortet (Gesetzgeber, Einrichtung selbst oder Drittmittelgeber) und in welchem Umfeld sie stattfindet. Die Publikation ist Teil eines gleichnamigen Projekts, dass EMBO in Kooperation mit der Robert-Bosch-Stiftung durchführt, die das Projekt auch fördert.

    EMBO mit Sitz in Heidelberg ist eine europäische Wissenschaftsorganisation auf dem Gebiet der Lebenswissenschaft mit mehr als 1.700 Mitgliedern. EMBO fördert auf vielfältige Weise die molekularbiologische Grundlagenforschung (insbesondere auch Nachwuchsforschende) und zielt auf die Schaffung eines Europäischen Forschungsumfelds, dass Forschenden herausragende Arbeit ermöglicht. EMBO gründete 1974 das zu den bekanntesten biologischen Forschungslabors zählende European Molecular Biology Laboratory (EMBL).

  • Frauen machen Forschung internationaler und vielfältiger

    Interdisziplinarität, Internationalität und inhaltliche Vielfalt machen gute Wissenschaft aus. Sie sind seit Jahren wichtige Zielsetzung der deutschen Forschungsförderung und ein wichtiger Indikator für die Relevanz von Forschung. Durch die stärkere Beteiligung von Frauen und die Bildung gemischter Teams kann die Qualität von Forschung deutlich gesteigert werden.

    Diese Schlussfolgerung lässt eine Studie des Elsevier-Verlags mit dem Titel "Mapping Gender in the German Research Area" zu, die auf dem Gender-Summit Anfang November 2015 vorgestellt wurde. Reine Frauenforschungsteams sind demnach internationaler aufgestellt und gemischte Teams arbeiten interdisziplinärer als reine Männerteams. Die Studie zeigt aber auch, dass Frauen in den ersten zehn Jahren Ihrer Laufbahn messbar weniger Publikationen vorweisen können als ihre männlichen Kollegen. Elsevier empfiehlt deshalb, Frauen gezielt am Anfang Ihrer wissenschaftlichen Laufbahn zu fördern.

  • LERU-Papier zu Gender in Forschung und Innovation

    Der Verband der europäischen Forschungsuniversitäten, LERU, hat Mitte September einen Ratgeber zum Thema Gender in Forschung und Innovation veröffentlicht. Auf rund zwanzig Seiten bündelt das "Advice paper" zahlreiche Empfehlungen an Hochschulen, Regierungen, Förderorganisationen und peer-review-Journale, wie nach Erfahrung der LERU-Mitgliedshochschulen mit dem Thema Genderintegration in Forschung und Innovation umgegangen werden sollte. Projektbeispiele, überwiegend von LERU-Universitäten, veranschaulichen die Argumentation. Am Ende des Dokuments sind zahlreiche Referenzen für Literatur und weitere Projekte aufgeführt.

    Deutsche Mitglieder von LERU sind die Universitäten Freiburg und Heidelberg sowie die LMU München.

  • Europäischer Rat unterstützt die Forderung nach mehr gendersensibler Statistik

    Seit 2012 ist die Gleichstellung der Geschlechter und die Berücksichtigung des Gleichstellungsaspektes in der Forschung eine Priorität im Europäischen Forschungsraum. Der Europäische Rat hat am 30. November 2015 Ratsschlussfolgerungen zur Förderung der Geschlechtergleichstellung im Europäischen Forschungsraum verabschiedet. Darin bekräftigt der Rat, weiter am Ziel eines geschlechtergerechten europäischen Forschungsraums festhalten zu wollen. Der Rat fordert die Europäische Kommission auf, die in Horizont 2020 verankerten Genderaspekte mit größerer Intensität umzusetzen und die Einführung zusätzlicher statistischer Indikatoren zu prüfen.

    Damit greift der Rat ein bekanntes Problem auf: Bisher werden zu vielen gender-relevanten Aspekten keine statistischen Daten erhoben. Dies betrifft z. B. die Zahl der Anträge, die Gender im Forschungsdesign (Forschungsinhalt) explizit berücksichtigen. Auch die Frage wie oft Gender den Ausschlag bei Evaluationsentscheidungen wird, kann aufgrund fehlender Daten bislang nicht beantwortet werden.

  • Vorträge und Ergebnisse der Konferenz "Ready for Dialogue"

    Im Nachgang zur BMBF-geförderten Konferenz "Ready for Dialogue", die am 5. November in Berlin stattfand, sind inzwischen die Folien der Vorträge veröffentlicht worden. Auf der Startseite des Projekts ist außerdem ein zusammenfassendes "Blitzlicht" zu finden. Die Veranstaltungswebseite wird mit weiteren Informationen auf Deutsch und Englisch kontinuierlich erweitert und aktualisiert.

  • Serie zu Gender in der Forschung im "Tagesspiegel"

    Der Berliner "Tagesspiegel" hat Anfang September mit einer Reihe zum Thema "Gender in der Forschung" begonnen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus verschiedenen Disziplinen schreiben hier in loser Reihenfolge Beiträge zur Genderforschung aus ihrer jeweiligen Sicht. Die Reihe wurde auch vor dem Hintergrund der teils heftigen Anfeindungen gestartet, denen die Gender Studies ausgesetzt waren und immer wieder sind.

    Die beiden ersten erschienen Beiträge sind von der Soziologin Ilse Lenz (Prof. Emerita Universität Bochum) und Kerstin Palm, Biologin und Professorin für Gender und Science / Naturwissenschafts-und Geschlechterforschung am Institut für Geschichtswissenschaften der HU Berlin.

  • Statistik zur Beteiligung von Wissenschaftlerinnen am ERC

    Der Europäische Forschungsrat (European Research Council, ERC) hat die Beteiligung von Wissenschaftlerinnen an seinen Ausschreibungen ausgewertet. Insgesamt stammte 2007 bis 2013 ein Viertel der Anträge bei den personengebundenen Starting Grants, Consolidator Grants und Advanced Grants von Wissenschaftlerinnen. Lediglich 20 % aller Grants wurden aber an weibliche Forschende vergeben. Bei den Starting und Consolidator Grants, die sich an exzellente Nachwuchsforschende richten, lag die Beteiligung von Wissenschaftlerinnen an der Antragstellung bei 30 %; die Förderquote betrug 25 %. Nur 13 % der Advanced Grants gingen an erfahrene exzellente Forscherinnen (Antragsquote 15 %). Eine Auswertung der Antrags-und Erfolgsquoten bezogen auf die drei Domänen Lebenswissenschaften, Natur-/ Ingenieurwissenschaften und die Sozial-/ Geisteswissenschaften wurde ebenfalls vorgenommen. Bei dieser Differenzierung der Domänen zeigt sich, dass Wissenschaftlerinnen am stärksten bei den Geistes-und Sozialwissenschaften vertreten waren: Dort wurden 36 % der Anträge von Frauen gestellt; ihre Erfolgsquote betrug 31 %. In den Lebenswissenschaften kamen 30 % der Anträge von Wissenschaftlerinnen, Förderquote 21 %. Am geringsten war die Beteiligung von Forscherinnen in den Natur-und Ingenieurwissenschaften. Frauen reichten hier 17 % der Anträge ein und erhielten 15 % der Grants.

    Der sehr prestigeträchtige ERC ist Teil von Horizont 2020, operiert jedoch weitgehend in wissenschaftlich-autonomer Selbstverwaltung. Die Beteiligung von Frauen ist – gerade aufgrund des schon früh festgestellten "Gap" zwischen weiblicher Antragstellung und weiblichen Erfolgsquoten – ein Thema, dem zu begegnen sich der ERC seit einigen Jahren mit Begleitforschung, einer eigenen Arbeitsgruppe und Plänen zur Eliminierung von Ungleichbehandlung bemüht. Weitere Informationen zur Förderung im Europäischen Forschungsrat finden Sie auf der Website der Nationalen Kontaktstelle ERC.

  • Studie zu Chancengleichheitsmaßnahmen in der öffentlich geförderten Forschung

    Die EU-Kommission hat im August 2014 eine Studie mit dem Titel „Gender Equality Policies in Public Research“ herausgegeben. Der Band bietet eine detaillierte Analyse der aktuellen Initiativen von EU-Mitgliedsstaaten sowie assoziierten Ländern zur Förderung von Chancengleichheit in Forschung und Innovation. Die deutsche Autorin Dr. Anke Lipinsky vom „Center of Excellence Women in Science“ (CEWS) am GESIS-Institut für Sozialwissenschaften hat eine Befragung der Mitglieder der Helsinki Group on Women in Science zugrunde gelegt. Die Helsinki-Gruppe setzt sich zusammen aus Vertreterinnen der nationalen Regierungen (i.d.R. des für Forschung zuständigen Ministeriums) der Mitgliedstaaten.

    Die Studie ist auf Englisch zum kostenlosen Download im „EU Bookshop“ verfügbar.

  • Gender Equality in Horizont 2020

    Die EU-Kommission hat ihr im Dezember veröffentlichtes Merkblatt zu Gender und Chancengleichheit in Horizont 2020 aktualisiert und ergänzt. Es ist nun auf dem Teilnahmeportal (participant portal) unter den „reference documents“ ebenso verlinkt wie auf der FiF-Homepage. Die Zusammenfassung aller Regeln, Referenzen und Ziele zu Gender (inhaltlich) und Chancengleichheit (Ebene der Beteiligung) sind hier zusammengefasst. FiF unterhält dazu eine entsprechende Unterseite.

  • Gutachterinnen-Leitfaden

    Die Europäische Kommission sucht laufend Expertinnen und Experten, die den Prozess rund um Strategie und Implementierung von Horizont 2020 beraten und unterstützen. Die Begutachtung von Anträgen ist ein wichtiger Bestandteil davon. Der entsprechende Bereich auf der FiF-Homepage wurde aktualisiert und der Leitfaden zur Registrierung in der Datenbank angepasst. Hier finden Sie Informationen zur Begutachtung und eine detaillierte Anleitung, wie Sie Ihr eigenes Profil anlegen und überarbeiten können. Für bereits registrierte Expertinnen ist zunächst wichtig, die Bereitschaft zur Begutachtung unter Horizont 2020 zu bekunden.

    Die Profil-Maske enthält inzwischen unter „specialist fields“ eine sehr differenzierte Liste unterschiedlicher Gender-Expertise (z. B. Gender in biology, gender in natural sciences, gender in transport engineering).

  • Bericht zu Indikatoren für Responsible Research and Innovation (RRI)

    Die von der Europäischen Kommission 2014 einberufene "Expert Group on Policy Indicators for Responsible Research and Innovation" hat einen Bericht vorgelegt. Der Bericht schlägt Indikatoren für das Monitoring sowie die Unterstützung und Entwicklung von RRI vor. Zu den empfohlenen Schlüsselindikatoren für RRI ("Verantwortungsvolle Forschung und Innovation"), zählt unter anderem auch Chancengleichheit. Indikatoren werden in dem Bericht drei Bereichen zugeordnet:

    "1) (good) governance as an overarching principle for R&I networks;
    2) public engagement, gender equality, science education, open access and ethics, as the five main keys for governance;
    3) sustainability and social justice/inclusion as a more general policy goal."

    Zu RRI in Bezug auf Gender und Chancengleichheit konstatiert die Gruppe, dass der Fokus auf dem Monitoring von institutionellem Wandel liegen sollte. Übersetzt auf Indikatorenebene heißt dies: Es sollte vermehrt auf Veränderungen von institutionellen Prozessen und Strukturen geschaut werden, die den Karrierefortgang von Frauen an Forschungseinrichtungen bestimmen und beeinflussen. Ein zweiter Aspekt sollte der kulturelle Wandel an Einrichtungen sein, durch den 'gender bias' reduziert und Chancengleichheit gefördert wird. Schließlich sollte auch unbewusstes Vorurteilsdenken und -handeln adressiert werden, zum Beispiel bei der Wahrnehmung der Leistungen von Frauen in Wissenschaft, Technologie, Ingenieurwesen und Mathematik. Auch Regelungen am Arbeitsplatz sollten im Sinne besserer Unterstützung von Forscherinnen beobachtet werden, um Diskriminierung zu beenden.

    Papierausgaben des Berichts können über den EU Bookshop bestellt werden. Mehr zum Thema RRI in Horizont 2020 gibt es auf den Internetseiten zum Rahmenprogramm.

  • Empfehlungen zur Integration von Gender im neuen Arbeitsprogramm

    Die Expertinnen-/ Expertengruppe der Europäischen Kommission für Gender hat im März 2015 ein Papier erarbeitet, das für die bessere Integration von Gender im neuen Arbeitsprogramm (2016 - 2017) argumentiert. In seiner beratenden Funktion bietet die Gruppe der Europäischen Kommission ihre Expertise an. Das Papier dient der Europäischen Kommission insofern als Input für die weitere Ausarbeitung des neuen Arbeitsprogramms, das nach der Sommerpause erwartet wird. 

    Einleitend gibt die Gruppe allgemeine Empfehlungen, die für alle Bereiche und Ausschreibungen gelten. So sollten Antragstellende klar darlegen, inwiefern Gender in ihrem Gebiet relevant ist und welchen Mehrwert die Betrachtung der Genderdimension für das Projekt bietet. Die Umsetzung der Genderaspekte im Projekt sollte möglichst konkret beschrieben werden. Ein multidisziplinärer Ansatz und die Aufnahme von Gender in den Bereich "Auswirkungen" (Impact) des Antrags wird darüber hinaus empfohlen. 

    Das Papier bündelt im Weiteren Hinweise und thematische Vorschläge für einzelne Ausschreibungsbereiche unter Horizont 2020, insbesondere in den Gesellschaftlichen Herausforderungen (Säule 3), aber auch in den Themen der Säule "Führende Rolle der Industrie" (Säule 2) und dem Bereich FET (Future and Emerging Technologies; Säule "Wissenschaftsexzellenz").

  • ERC Gender Equality Plan für 2014-2020 veröffentlicht

    Der Europäische Forschungsrat (European Research Council / ERC) hat einen neuen Plan zur Beförderung von Chancengleichheit veröffentlicht. Der ERC will demnach weiterhin

    • die Einreichungszahlen beobachten (Monitoring) und gezielt Spitzenforscherinnen über das Programm informieren;
    • einen Evaluationsprozess gewährleisten, so dass alle Antragstellenden unabhängig vom Geschlecht die selben Chancen auf Förderung haben;
    • für eine ausgewogene Beteiligung von Gutachtern und Gutachterinnen sorgen.

    Nach wie vor ist die Beteiligung von Männern und Frauen am ERC unausgeglichen. Aus diesem Grund verfolgt der ERC seit einigen Jahren flankierende Maßnahmen wie Begleitstudien, die möglichen Ursachen für die Beteiligung bei Antragstellung und Bewilligung auf den Grund gehen sollen. Mehr Informationen zum ERC finden Sie auf der Homepage der Nationalen Kontaktstelle ERC

    Neben Statistiken über das Geschlecht der Grantees selbst soll weiterhin und verstärkt auch die Beteiligung an ERC Ausschreibungen und der Nutzen für Promovierende und Postdocs beim Monitoring berücksichtigt werden. Themen wie Kinderbetreuung oder Umzug mit Familie im Zusammenhang mit einem Aufenthalt an einer Gasteinrichtung für ein ERC-Projekt sollen zunehmend adressiert werden. Gute Beispiele an „host institutions“ sollen hervorgehoben werden. Neu ist auch, dass verstärkt eine Sensibilisierung der Beschäftigten in der Exekutivagentur ERCEA und Panelmitgliedern für Genderaspekten stattfinden soll. Vor den Treffen der Evaluationspanels sollen die Gutachter und Gutachterinnen gezielt sensibilisiert werden.

  • Pakt für Forschung: Neuer Monitoringbericht

    Am 27. Juni 2014 hat die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) den Monitoringbericht 2014 zum Pakt für Forschung und Innovation herausgegeben.

    In der Pressemitteilung zum Monitoringbericht wird auf den bereits im letzten Bericht von Bund und Ländern benannten Handlungsbedarf zum Thema Frauen in der Wissenschaft hingewiesen. Weiter im Text heißt es: „Daraufhin haben alle Forschungsorganisationen auf der Grundlage eines Kaskadenmodells spezifische Zielquoten für die Gewinnung von weiblichem Nachwuchs und Führungskräften eingeführt […].Die aktuelle Berichterstattung zeigt, dass die Forschungsorganisationen ihre Maßnahmen zur Förderung der Karrieren von Wissenschaftlerinnen und zur Erhöhung des Frauenanteils in Führungspositionen umsetzen.“ Dennoch identifiziert der Monitoringbericht die andauernde Unterrepräsentanz von Frauen insbesondere auf den Führungsebenen. Die Forschungsorganisationen werden erneut aufgefordert, weitere strukturelle Maßnahmen zu ergreifen. Genannt werden aktive Rekrutierungsbemühungen sowie die Positionierung der Institutionen als „attraktiv und familienfreundlich mit transparenten Karriereperspektiven, Mentoring- und Dual Career-Angeboten, die institutionenübergreifend die Möglichkeiten der jeweiligen Wissenschaftsregion nutzen.“

    Seit 2012 ist Chancengleichheit eine der Prioritäten für die Umsetzung des Europäischen Forschungsraums (EFR). In den jährlichen Berichten zur Entwicklung in den Mitgliedstaaten muss zu allen festgelegten Prioritäten Stellung genommen und Fortschritte dargestellt werden. Für Deutschland werden entsprechende Informationen maßgeblich aus dem Pakt für Forschung und Innovation bezogen.

  • Science Europe-Arbeitsgruppe ‚Gender and Diversity‘ nimmt Arbeit auf

    Der in Brüssel angesiedelte Verband der Forschungs- und Forschungsförderorganisationen Science Europe hat gemäß eines Beschlusses aus dem letzten Jahr eine Arbeitsgruppe zu ‚Gender and Diversity‘ ins Leben gerufen. Das erste Treffen fand im Mai 2014 statt.

    Bislang haben 14 Mitgliederorganisationen Expertinnen und Experten nominiert. Unter anderem die DFG ist in der Gruppe vertreten. Alle beteiligten Organisationen sowie die Namen der Gruppenmitglieder werden in Kürze auf der Science-Europe-Homepage veröffentlicht. In der im Dezember 2013 erschienenen Roadmap von Science Europe ist eines von neun prioritären Arbeitsfeldern ‚Gender and other Diversity issues‘. Die neue Arbeitsgruppe soll dieses Thema mit konkreten Aktivitäten befördern. Zu der entsprechenden Priorität für den Europäischen Forschungsraum (EFR) bestehenden ebenfalls Bezüge.

    Mehr über Science Europe erfahren Sie hier.

  • Gender & Chancengleichheit in H2020: Komplette Übersicht

    Die Kontaktstelle FiF hat die im Zuge der letzten Monate veröffentlichten begleitenden Dokumente zu Horizont 2020 im Hinblick auf Gender und Chancengleichheit untersucht. Regeln und Anforderungen, die sich in Rechtstexten oder Formularen finden, sind nun gebündelt auf unserer neuen Unterseite zu finden.

    Die EU-Kommission hat ihrerseits eine Handreichung zu Gender und Chancengleichheit in Horizont 2020 auf dem Teilnahmeportal (Participant Portal) veröffentlicht.

  • LERU-Studie "Women, research and universities"

    Die League of European Research Universities LERU, der Verband von 21 der führenden Forschungsuniversitäten in Europa, in dem auch drei deutsche Hochschulen Mitglied sind, hat im Sommer 2012 eine Studie mit dem Titel "Women, research and universities: Excellence without gender bias" veröffentlicht. Darin formulieren die Mitglieder vier prioritäre Bereiche, in denen die Hochschulen aktiv werden sollten, um Chancengerechtigkeit und gendersensible Forschung sicherzustellen.