ESFRI - Europäisches Strategieforum für Forschungsinfrastrukturen

Blick in den zwei Kilometer langen Beschleunigertunnel des European XFEL

XFEL Beschleunigertunnel; Foto: European XFEL

ESFRI, das "European Strategy Forum on Research Infrastructures", wurde 2002 vom EU-Rat für Wettbewerbsfähigkeit (Competitiveness Council) gegründet, um einen kohärenten und strategiegeleiteten Ansatz der Forschungsinfrastruktur-Politik in Europa zu unterstützen. ESFRI setzt sich aus Vertreterinnen und Vertretern der Mitgliedstaaten, assoziierten Länder (aktuell 28 Mitgliedstaaten, 12 assoziierte Länder, 1 Beobachter) sowie einem/r Vertreter/in der Europäischen Kommission zusammen. Unterstützt wird ESFRI von einem Sekretariat, das bei der Europäischen Kommission angesiedelt ist, sowie von dem EU-Projekt StRESFRI.

Vom Rat für Wettbewerbsfähigkeit hat ESFRI verschiedene Mandate erhalten, darunter auch die Aufgabe eine Forschungsinfrastruktur-Roadmap zu entwickeln. ESFRI ist ein informelles Forum für Koordination, Information, Beteiligung und "Best practice". Die Mitgliedstaaten und assoziierten Länder bleiben dabei die Hauptquelle der Finanzierung in variabler Geometrie.

ESFRI hat seit seiner Gründung einen erheblichen Beitrag zur Realisierung des Europäischen Forschungsraums geleistet. Mit der Vorlage der ersten ESFRI Roadmap im Jahr 2006 wurden die Mitgliedstaaten, die für Errichtung und Betrieb von Forschungsinfrastrukturen zuständig sind, angeregt, eigene nationale Roadmaps für Forschungsinfrastrukturen zu entwickeln, welche die ESFRI Roadmap berücksichtigen. Durch ESFRI konnte so ein Zusammenwirken der Mitgliedstaaten erreicht werden, mit dem Ziel, neue Forschungsinfrastrukturen gemeinsam zu errichten und zu betreiben.

Die ESFRI Roadmap enthält Forschungsinfrastrukturen aller thematischen Bereich und ist  gegliedert in: Physik und Ingenieurwissenschaften, Umwelt, Energie, Gesundheit und Ernährung sowie Kulturelle und Soziale Innovation.

Die jüngste überarbeitete Version ESFRI Roadmap wurde am 10. März 2016 veröffentlicht. Sie enthält eine aktive Liste von insgesamt 21 ESFRI-Projekten. Hinzu kommt eine Liste von 29 sogenannten 'Landmarks'. Das sind ESFRI-Projekte, die sich bereits in der Implementierungsphase befinden. Um den Status als Landmark zu erhalten, wurden die Projekte anhand bestimmter Kriterien und Indikatoren evaluiert.

Im Roadmap-Verfahren 2016 wurden sechs neue Projekte in die ESFRI Roadmap aufgenommen: Zwei aus dem Umwelt-Bereich: ACTRIS (Atmosphärenforschung) und Danubius-RI (Fluss-See-Systeme); eines aus den Geisteswissenschaften: E-RIHS (Kulturelles Erbe); eines aus dem Bereich Gesundheit und Ernährung: EMPHASIS (Pflanzenphänotypisierung) sowie zwei aus dem Bereich Physik und Ingenieurwissenschaften: EST (Sonnenteleskop) und KM3Net (Neutrinoteleskop).