Neuer Bericht zu Frühkindlicher Bildung und Betreuung in Europa "Key data on early childhood education and care in Europe – 2025"

Die dritte Ausgabe der "Key Data on Early Childhood Education and Care (ECEC)" ist jetzt verfügbar und bietet eine umfassende, tiefgehende Analyse des Stands der frühkindlichen Bildung und Betreuung (FBBE) in ganz Europa.

Vignette der Publikation "Key data on early childhood education and care in Europe - 2025"

Europäische Kommission

Die dritte Ausgabe der "Key Data on Early Childhood Education and Care (ECEC)" ist jetzt verfügbar und bietet eine umfassende, tiefgehende Analyse des Stands der frühkindlichen Bildung und Betreuung (FBBE) in ganz Europa. Der vom Eurydice-Netzwerk erstellte Bericht bietet eine neue und nuancierte Perspektive auf die FBBE-Landschaft. Er gibt einen Überblick über die politischen Veränderungen der letzten zehn Jahre und führt neue Indikatoren ein, die die sich entwickelnden Prioritäten im Bereich der FBBE widerspiegeln.

Die aktuelle Situation:

  • Viele europäische Länder haben erhebliche Fortschritte bei der Ausweitung des Zugangs zu FBBE gemacht, insbesondere in den Jahren vor der Grundschule.
  • Dennoch ist das Recht auf Bildung ab dem frühesten Kindesalter noch immer nicht überall gewährleistet, und die Qualität der Dienstleistungen ist in den einzelnen Ländern und in Europa sehr unterschiedlich.
  • Personalknappheit und die Notwendigkeit einer verstärkten beruflichen Weiterbildung und verbesserter Arbeitsbedingungen bleiben dringende Herausforderungen.

Der Bericht enthält:

  • Internationale Vergleiche, die die Systeme der FBBE in 37 europäischen Ländern analysieren und die Erfolge und Herausforderungen beim Streben nach hoher Qualität aufzeigen.
  • Nationale Informationsblätter, in denen die wichtigsten Aspekte der Kinderbetreuungssysteme der einzelnen Länder zum Nachschlagen aufgeführt sind.

Anspruch auf einen Betreuungsplatz

Nur sechs EU-Mitgliedstaaten - Dänemark, Deutschland, Estland, Slowenien, Finnland und Schweden sowie Norwegen - garantieren jedem Kind unmittelbar nach der bezahlten Elternzeit einen Platz in der frühkindlichen Bildung und Betreuung (FBBE). Diese Politik gewährleistet eine nahtlose Unterstützung für Familien, ist aber in ganz Europa eher die Ausnahme als die Regel.

In anderen Ländern ist der Zugang sehr unterschiedlich:

In Belgien, der Tschechischen Republik, Spanien, Frankreich, Luxemburg, Ungarn, Polen und Portugal sind öffentlich subventionierte Plätze ab dem Alter von 3 Jahren oder etwas früher garantiert. Dieses Recht für jedes Kind in jedem Gebiet zu gewährleisten, könnte noch ein Problem sein. Vor allem in Portugal ist die Nachfrage nach Plätzen für 3-Jährige in einigen Großstädten noch immer nicht gedeckt.

Etwa ein Drittel der europäischen Länder garantiert einen Platz nur in den letzten 1 - 2 Jahren vor der obligatorischen Grundschulzeit, so dass jüngere Kinder und ihre Familien nur begrenzte Möglichkeiten haben.

Die Zukunft der FBBE angesichts einer sinkenden Zahl von Kindern

In ganz Europa ist die Zahl der Kinder unter 6 Jahren in den letzten zehn Jahren um mehr als 2 Millionen zurückgegangen, und bis 2030 wird es voraussichtlich 1 Million weniger Kinder im FBBE-Alter geben. Diese demografische Verschiebung kann erhebliche Auswirkungen auf die Kinderbetreuungssysteme haben, unter anderem:

  • Wiederherstellung des Gleichgewichts zwischen Angebot und Nachfrage: Die demografischen Verschiebungen können dazu dienen, Angebot und Nachfrage wieder ins Gleichgewicht zu bringen, so dass die Kinderbetreuungssysteme Familien und Kleinkindern gezieltere Unterstützung bieten können.
  • Auswirkungen auf die Qualität der Kinderbetreuungseinrichtungen: Der Rückgang der Zahl der Kinderbetreuungsplätze könnte zu verbesserten Arbeitsbedingungen führen, so dass sich das Personal der Kinderbetreuungseinrichtungen auf die Entwicklung seiner Fähigkeiten und Kompetenzen konzentrieren kann, was letztlich die Qualität der Kinderbetreuungsdienste verbessern würde.
  • Schließung von Kinderbetreuungseinrichtungen: In ländlichen und weniger dicht besiedelten Gebieten müssen gezielte Maßnahmen die Schließung von Kinderbetreuungseinrichtungen verhindern, um den Zugang zu hochwertiger Kinderbetreuung für alle Kinder zu gewährleisten.

Qualifikation des FBBE-Personals

Die Qualität der Erfahrungen, die Kinder in der frühkindlichen Bildung und Betreuung machen, wird durch die Kompetenz des Personals beeinflusst. Gegenwärtig verlangt weniger als die Hälfte der europäischen Länder, dass mindestens eines der Teammitglieder, die eine Gruppe von Kindern betreuen, unabhängig vom Alter, über einen hohen Bildungsabschluss verfügt. In einem Drittel der FBBE-Systeme gilt Personal mit einem Bachelor-Abschluss als unerlässlich für die Vorschulerziehung für ältere Kinder, aber nicht für Kinder unter 3 Jahren. In sieben europäischen Ländern (Tschechien, Irland, Lettland, Malta, Österreich, Rumänien und der Slowakei) liegt das Mindestqualifikationsniveau, das für die Arbeit als Erzieherin oder Erzieher während der gesamten FBBE-Phase mit jeder Altersgruppe erforderlich ist, unter dem Bachelor-Niveau.

Geografische Verteilung in der EU von Personal mit mindestens Bachelor-Abschluss 2024/25, gegliedert nach: gesamte FBBE-Phase; nur für Kinder ab 3 Jahren; ohne Anforderung.

Europäische Kommission

Wir wünschen gute Lektüre – geben Sie den Bericht auch gern an andere Interessierte weiter!